HYPERLOKALITÄT

Eine Variante des Lokaljournalismus

Hyperlokalität – Verschmelzung von realer und digitaler Welt

HYPERLOKALITÄT erklärt von SUMAGO

Als Hyperlokalität werden die digitale Vernetzung und Verlinkung von Objekten und Geräten und ihre Lokalisierbarkeit bezeichnet. Damit wird ein Zustand beschrieben, in dem die reale und die digitale Welt verschmelzen und ein User ständig und von überall auf alle Komponenten zugreifen kann.

Im Journalismus bezeichnet der Begriff Hyperlokalität einen Trend, bei dem aktuelle Geschehnisse aus der nächsten Wohnumgebung thematisiert werden.

HYPERLOKALITÄT UND LOKALJOURNALISMUS

Als eine Form des Lokaljournalismus gewinnt Hyperlokalität seit Jahren kontinuierlich an Bedeutung. Bei dieser Variante des Journalismus bezieht sich die Berichterstattung auf ein kleines, überschaubares Gebiet wie einen Stadtteil, ein Wohnviertel oder einen Straßenzug. Die Beiträge werden entweder in einer Zeitung mit starkem regionalen Bezug oder auf einer Plattform für Regionalnachrichten veröffentlicht. Die Berichte drehen sich vorwiegend um Themen, die es nicht in überregionale Medien schaffen. In den Redaktionen von überregional agierenden Zeitungen und Online-Medien wird darüber entschieden, welche News veröffentlicht werden. Ereignisse, die nur lokale Bedeutung haben, schaffen es in der Regel nicht in diese Medien. Nachrichten mit starkem Regionalbezug (Hyperlokalität) werden aus Kostengründen und aufgrund der Reichweite meist online auf bestimmten Plattformen veröffentlicht. Die journalistische Vielfalt steigt durch die Beteiligung von Usern und die aktive Mitarbeit von Bürgern stark an. Das Zusammenwirken von Lokaljournalisten und Bevölkerung ist bei der Hyperlokalität erwünscht. Dabei geht es nicht allein darum, dass Nutzer die Kommentarspalten füllen, sondern sich aktiv an der Erstellung von redaktionellen Beiträgen beteiligen. Durch die Hyperlokalität wird die Rolle von Journalisten neu definiert.

HOHER NUTZWERT DURCH HYPERLOKALITÄT

Nutzer stellen täglich Hunderttausende Suchanfragen mit einem starken Regionalbezug ins Netz. Dabei kann es sich um Öffnungszeiten von Restaurants, Ausgehtipps, die Suche nach Dienstleistern oder nach Gebrauchtem handeln. Online-Medien, die Hyperlokalität in den Vordergrund der Tätigkeit setzen, haben die passenden Antworten. Neben hyperlokalen Berichten aus Politik, Kultur und Gesellschaft informieren Veranstaltungskalender über regionale Ereignisse. Häufig ist eine Pinnwand eingebunden, bei der Nutzer beispielsweise Anzeigen zur Wohnungssuche, Suchmeldungen nach entlaufenden Haustieren oder Angebote von gebrauchten Gegenständen veröffentlichen können. Der Nutzwert der Hyperlokalität wird von den Usern in der Regel als hoch eingestuft, weil ein starker Regionalbezug vorhanden ist. Themen, die das eigene Wohnviertel betreffen und Ereignisse aus der Umgebung fesseln die Nutzer mehr als abstrakte Themen der Weltpolitik. Der traditionelle Lokaljournalismus steht vor einem Wandel. In der Hyperlokalität wird die Einbindung ganzer Nutzergruppen sehr ernst genommen. Diesen Schritt muss auch der Lokaljournalismus vollziehen, wenn es darum geht, Themen aufzuspüren und Recherchekontakte zu knüpfen.

HYPERLOKALITÄT IN DER ANZEIGENWERBUNG

Hyperlokalität spielt nicht nur im Journalismus eine prägende Rolle. Auch bei der Schaltung von Anzeigen wird der regionale Bezug immer wichtiger. Mit der Anzahl der Smartphone-Nutzer steigt auch die Zahl der Personen, die auf ihren mobilen Endgeräten nach Produkten oder Dienstleistungen in der unmittelbaren Nähe suchen. Vor diesem Hintergrund steigt die Bedeutung von sogenannten location-based Services an. Dabei handelt es sich um standortbasierte Werbeanzeigen von Ladengeschäften, Dienstleistern oder Locations, die den Nutzern von mobilen Endgeräten in einem bestimmten Umkreis angezeigt werden. Ziel ist es, potenzielle Kunden in der realen Welt zu erreichen, während sie mit der digitalen Welt in Interaktion treten. Auf diese Weise können Verbraucher gezielt vor Ort angesprochen werden. Insbesondere für kleinere Unternehmen zahlt sich diese kostengünstige Form der Werbung aus. Mittlerweile gibt es verschiedene Plattformen, auf denen unter Berücksichtigung der Hyperlokalität geworben werden kann. Apple bietet seine Plattform iAd für Werbetreibende an, während bei Google über den Dienst AdWords Express lokale Werbeanzeigen geschaltet werden können. Für diesen Vorgang ist nicht einmal eine eigene Firmenwebseite erforderlich.

Weiterführende Links:

Hyperlokalität bei Wikipedia

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