Sniply – Social Media Conversion Shortner

Sniply (snip.ly) ist ein Online-Tool von dem ich in der letzten Zeit immer mehr gehört habe und wenn viele darüber reden oder davon berichten ist es ein guter Zeitpunkt selber mal zu schauen, was das denn überhaupt ist, dieses Sniply.

Beispiel:

Als guter Onlinemarketer lest ihr täglich unglaublich viele News und Blogposts. Das ist Teil eures Jobs. Jetzt werden hier schon einige verwundert mit den Augen rollen und denken: „Nein, das ist nicht mein Job“. Ihr seid dann schon mal nicht in der Band. Für diese Zielgruppe ist dieser Post nicht gemacht. Geht weiter ;-)

Sniply Social Media Conversion

Für die Jungs und Mädels in der Band ist klar, dass alles, was in dem Feed-Reader lesenswert erscheint, geteilt wird. Schwupps ist es auf Facebook geteilt. Hupps und dann auch auf Twitter. Ihr wisst, was ich meine.

Mit uns Online Marketern ist es so ein Ding. Auf der einen Seite teilen wir gerne, weil wir ja zeigen möchten, dass wir total am Puls der Zeit agieren. Auf der anderen Seite ist es für uns auch schade, dass wir nicht selber diesen geilen geteilten Content haben und den Traffic einfach weiterschicken. Auf eine Reise an uns vorbei. Das mögen wir nicht.

Tata!!!

Das haben die Sniply Leute erkannt und sich gedacht: Dafür bauen wir ein Social Media Conversion Tool.

Aber was macht Sniply jetzt genau?

Sniply ist in der Basis ein erweiterter Shortner. So wie ihr es schon von Bitly oder anderen Tools kennt. Ihr haut oben eine eigene (meist unschöne) URL rein und das Tool kürzt diese.

Beispiel:

http://snip.ly/iMiP für diese URL von Julian

http://www.seokratie.de/google-analytics-seo/

Das wäre aber noch nichts Besonderes. Sniply setzt da noch das Social Media Conversion Krönchen oben drauf.

Man kann nämlich dieser Short URL noch ein paar eigene Werte mitgeben und einen Call to Action, der dann auch auf die eigene Seite führt. Sozusagen, um zu zeigen, wer das jetzt geteilt hat.

Sniply Link mit CTA

Alle Leute, die dem angelegten Sniply Link folgen, bekommen optisch die normale Zielseite ausgeliefert. Diese erscheint jedoch in einem iframe und dieser wird um eine zusätzliche Informations-Blase am unteren Rand erweitert.

In dieser Blase sieht man dann den Namen der Seite, so wie ich diese vorher beschrieben habe, ein Foto von mir als Urheber des Links und einen Call to Action, der ebenfalls selber beschriftet werden kann.

Ist doch cool. Der dem Link Folgende sieht die verlinkte Seite und bekommt gleichzeitig einen Hinweis auf den Verfasser des Links.

In dem Beispiel hatte ich Julians Seite mit Sniply empfohlen und dieser Empfehlung sind 169 Menschen gefolgt. Bitte Julian ;-)

Was im Falle von Sniply aber noch wichtiger ist, sind die Conversions auf die ebenfalls verlinkte SUMAGO Seite. Hier haben immerhin noch 7 Leute den Weg zu uns gefunden. Das entspricht einer Conversion Rate von 4,14%, was ich erstaunlich hoch finde. Ausgeliefert wurde der Link über Facebook und Twitter.

Sniply Backend

Das Ganze bereitet Sniply sehr übersichtlich in einem Dashboard auf.

Also im Kern eine coole Sache. Doch wo Licht ist, ist immer auch Schatten.

Sniply macht nicht alles richtig gut

Ich selber hatte es gar nicht so auf dem Schirm. Ich habe ja nur die Links geteilt. Dann kam aber Feedback. Unter anderem auch von Malte Landwehr. Danke dafür. Er berichtete, dass die iframe Geschichte bei ihm die Darstellung zerhauen hat. Ob dies jetzt in mobile oder Desktop war. Keine Ahnung. Solche genervten Rückmeldungen gab es aber im Testzeitraum 3 Mal, so dass ich davon ausgehe, dass die Darstellung ein kleines Problem sein kann.

Sniply und die Psychologie

Sniply löst ein Problem bzw. erschafft eine Lösung. Technisch. Doch wie immer sieht es in der Praxis vielleicht anders aus. Ich persönlich frage mich schon, ob der Break nicht deutlich zu groß ist, um einen Mehrwert mit dem Eigen-Link zu erzeugen. Wenn ich also den Eigen-Link bei Julian mit einsetze, dann erwartet der Besucher bestimmt auch einen ähnlichen Kontext auf der verlinkten Eigen-Seite. Wenn dieser aber nicht vorhanden ist, könnte es schnell nerven. Immer einen ähnlichen Artikel zu verfassen oder auf alte themenähnliche Texte und Seiten zu verweisen wird nicht möglich sein. Auch zeigen die Zahlen, dass die Conversion-Freudigkeit deutlich nachlässt. Wobei das auch an der jeweiligen Zielgruppe liegen kann.

Sniply ist am Ende nicht preiswert

Auch wenn Sniply zunächst echt Spaß macht, so merkt man doch schnell, dass man mit dem nach Weiterleitungs-Klicks abgerechneten Freemium Modell nicht weit kommt. Das Freemium Paket beinhaltet 1.000 Klicks. Ich dachte zuerst: Cool, das ist ja eine Menge und stellte dann schnell fest, dass es gerade mal für 2 Tage gereicht hat. Schlecht für mich und meinen Account. Gut für mich, weil ich so mal gezeigt bekommen habe, wie effektiv meine Reichweite ist.

Noch hat mich dieser Test also keinen Cent gekostet. Schauen wir uns das Preismodell von Sniply mal weiter an. Was geschieht nach den 1.000 Klicks ?

Sniply bietet drei Bezahl-Stufe an

Sniply Basic

5.000 Klicks/Monat             29 Dollar

Sniply Pro

20.000 Klicks/Monat          79 Dollar

Sniply Business

50.000 Klicks/Monat          149 Dollar

Wenn ich meinen kurzen Test für mich persönlich als Basis heranziehen würde, so läge ich bei ca. 15.000 bis 20.000 Klicks, denke ich. Das wäre dann also mit dem Pro Paket bei 79 Dollar im Monat.

Rechne ich mal vorsichtig mit einer Conversion Rate von 1 % dann wären das 150 bis 200 Besucher, die ich dafür erhalten würde. Nehme ich die aktuelle Test-Conversion, dann wären es 600 bis 800 Besucher.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das cool ist. Gerade, weil die Conversion Rate mit der Zeit sicherlich sinken wird. Die Leute kennen das ja dann.

Zwischen-Fazit

Ich glaube ich teste Sniply mal weiterhin für 2 Monate. Dann werde ich mir den Verlauf nochmal ansehen und weiter entscheiden. Sollten die Meldungen über „zerhauenen“ iframe Inhalt weiterhin aufpoppen, überlege ich es auch nochmal neu.

Wie sind eurer Erfahrungen mit Sniply?

Endgültiges Fazit zu SNIPLY

In den letzten 3 Monaten habe ich mit Sniply 133 Snips (mit sniply-verkürzte URLs) erzeugt und genutzt. Die meisten Snips waren Links auf andere Posts. Diese 133 Snips erzeugten 8.458 Klicks und 234 Conversion. Da ich Klicks vorher nie direkt gemessen hatte, zeigen mir diese Zahlen, dass es da draußen Menschen gibt (Euch), die gerne meinen Empfehlungen folgen.

Sniply Conversion Daten

Doch lohnt sich Sniply nun um Traffic zu erzeugen?

Da bleibt ja am Ende nur die einfache Rechnung gepaart mit einem Bauchgefühl. 234 Conversion in 3 Monaten bei Tool-Kosten von 237 Dollar (79 Dollar pro Monat). Das ist ein Klick-Preis von fast 1 Dollar. Das wäre erst einmal ok, wie ich finde. Doch es kommen zwei Sachen hinzu, die diese Auswertung massiv beeinflussen.

  • Die Klicks kommen mit Sicherheit von Leuten, die mir eh schon folgen. Ich spreche also kaum neue User an.
  • Die Einblendungen erzeugen Fehler in der mobilen Auspielung, was am Ende eher zu Frust führt als zu guten Conversions.

Insgesamt habe ich auch das Gefühl, dass die Interaktionsrate auf Facebook und Twitter durch den Einsatz von Sniply deutlich nachgelassen hat. Ich denke, dass es an der Erkennung und Gewöhnung liegt. Die Leute sehen den Sniply Link und klicken schon nicht mehr drauf, weil sie wissen, was dahinter wartet (also das Werbesnippet und in mobile der Fehler in der Darstellung).

Gleichzeitig senkt die fehlende Interaktion die Timeline-Ausspielung im Facebook Algo. Das ist nur ein Gefühl, aber ich glaube es liegt an Sniply.

Ich denke am Ende, dass die negativen Folgen durch den Einsatz von Sniply größer sind als der Erfolg gemessen an den reinen Conversions. Gerade, weil es einen Bereich betrifft in den ich viel Arbeit investiere. Social Media.

Ich werde Sniply wieder abschalten. Da ich ein Tracking aber behalten will, werde ich aber bitly oder ein anderes Share-Tracking Tool nach vielen Jahren mal wieder einsetzen.

Tschüssi Sniply

 

3 Kommentare
  1. Julian
    Julian sagte:

    Hallo Marco,

    Vielen Dank erst einmal fürs Teilen! :)
    Ich glaube nicht, dass sich das großartig durchsetzen wird. Alleine schon, weil Facebook und Twitter da sehr bald einen Riegel vorschieben könnten. Man kann dann nämlich nicht mehr gut erkennen, was genau geteilt wurde. Zudem – wie bei allen Shortenern – kann der Service in fünf Jahren auch einmal eingestellt werden – dann leiten die Links eventuell auf „böse“ Seite.

    Für mich als User nervt es eher. Auf den Link von Dir (sorry :-) ) links unten klicke ich eh nicht. Ich will ja den Artikel lesen und nicht auf die Startseite von Sumago. Hast Du die Link-Klicks ausgewertet? Wie viele sind es denn?
    Was ich mir aber immer merke, ist wer den Link geteilt hat. Das merke ich mir aber auch so, ohne das Fenster. Beziehungsweise sehe ich Dich ja öfter in meinem Stream, wenn ich oft auf deine Links klicke! Facebook und Twitter machen das quasi schon automatisch.
    Die Darstellungsprobleme sind laut unserem Social Team schon sehr häufig – das darf bei einem kostenpflichtigen Service einfach nicht sein.

    Aber mal sehen – vielleicht setzt es sich ja durch!

    Antworten
  2. Michael Schöttler
    Michael Schöttler sagte:

    Hallo Marco,

    des Weiteren sehe ich den Nervfaktor. Leute die dann teilen, teilen nicht weil Sie es wollen, sondern weil Sie Klicks abgreifen wollen. Ich mag das überhaupt nicht und es würde bei mir dazu führen, dass ich von dem jenigen die Links wirklich nicht mehr klicke. Kann also schon sein das deine Auswertung dir das auch gezeigt hat, das weitere so denken.

    Antworten

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