ROL (Read Out Loud) – das alternative Audioformat für besseren Content

Diesen Beitrag kannst du auch als Audio-File anhören:

Mit dem ROL-Format launchen wir ein neues Audioformat – Willst Du wissen, was es damit auf sich hat und wie auch Du dieses Format für Dein Business nutzen kannst, um die Verweildauer zu erhöhen und die User noch besser an Dich zu binden? Dann solltest Du diesen Beitrag lesen!

ROL Format - Read out loud

Was heißt ROL?

„ROL“ steht für „read out loud“. Das Read-out-Loud-Format ist ein Audioformat als Ergänzung zu schriftlichem Content. Dafür werden die Inhalte, z.B. Blogbeiträge, eingelesen oder eingesprochen und sind so auch via Audio konsumierbar. Bei SUMAGO nutzen wir dieses Format aktuell in unserem Blog. Die ROL-Formate binden wir beim Blogbeitrag direkt ein. Die Beiträge werden von echten Menschen eingelesen oder eingesprochen – idealerweise den Autoren des jeweiligen Beitrags.

Und wozu ist das gut?

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, wozu das gut sein soll. Ganz einfach.

Kennst Du das nicht auch? Es gibt so viele Situationen, in denen Du gerade nicht die Möglichkeit (oder die Muße!) hast, einen langen Text zu lesen. Und natürlich kommt genau da der Ping von Facebook oder der Newsletter in Deiner Mailbox – während Du gerade in der U-Bahn sitzt, im Auto oder nach einem langen anstrengenden Tag auf dem Sofa. Der Inhalt interessiert Dich – aber beim Autofahren lesen geht nun mal nicht, das Lesen auf dem Smartphone ist zu anstrengend und am Abend hast Du für solche Inhalte einfach nicht mehr die Energie und Konzentration. Was passiert also? Im besten Falle kannst Du Dir noch irgendwie ein Memo setzen, den Beitrag später zu lesen. Mit viel Glück schaffst Du es tatsächlich, das Lesen dann irgendwann nachzuholen.

Wäre es nicht aber cool, wenn Du einfach direkt auf ein Audioformat umswitchen könntest, sodass Du auch im Auto oder der U-Bahn hören kannst, ohne abgelenkt zu werden oder auf einem Mini-Display lesen zu müssen?

Switch to Read Out Loud

Genau dafür ist das ROL Format da. Natürlich gibt es bereits Blogs, die von einer Computerstimme gelesen werden und damit auch auditiv konsumierbar sind. Allerdings ist es auf die Dauer ziemlich anstrengend, einer Computerstimme zuzuhören – und das Format hat damit auch nichts Persönliches. Es ist einfach eine technische Ausgabe in Audio.

ROL hingegen ich durch eine Echtstimme persönlicher. Dadurch, dass der Beitrag im Idealfall vom Autor selbst gelesen wird, ist ein direkter Bezug zwischen Autor/Sprecher und Nutzer hergestellt.

Wir haben dieses Format in bislang zwei Artikeln eingesetzt und möchten es zukünftig – in dieser Form oder Variationen, die wir noch erproben – für alle Blogbeiträge nutzen. Willst Du mal reinhören? Dann schau mal bei unseren Beiträgen „Snackable Content/Snack Content – Wie funktioniert dieser Traffic-Hebel?“ oder „Was kostet Content Marketing genau?“ vorbei!

Warum ROL kein Postcast ist… und auch kein Hörbuch

Podcasts entstehen – in den allermeisten Fällen – nicht nach einem festen Skript, sondern sind, nach dem Vorbild von Radiosendungen, aufgezeichnete Beiträge. Dabei plaudern bzw. erzählen die Moderatoren mehr oder weniger frei zu einem Thema. Meistens handelt es sich bei Podcasts auch um serielle Beiträge zu einem bestimmten Themenfeld.

ROL meint aber (jedenfalls in seiner Standardform – zu den Variationsmöglichkeiten s.u.), dass ein bestehender Text mehr oder weniger 1:1 vorgelesen wird – also mehr nach dem Vorbild eines Hörbuchs. Allerdings sind Hörbücher natürlich deutlich länger.

Das ROL-Format schließt damit gewissermaßen die Lücke zwischen Hörbuch und Podcast, indem es im Vergleich zu einem Buch kurze, schriftliche Texte auditiv verfügbar macht – für alle Situationen, in denen das Lesen des Beitrags nicht möglich (oder nicht gewünscht) ist.

Wie ein ROL-Format entsteht

Nachdem ein Text fertig geschrieben und bereit für die Publikation ist, erstellen wir das ROL-Format, das dann in den Beitrag bzw. auf der Seite mit eingebunden wird. Die Einbindung des ROL-Formats erfolgt bei uns über Soundcloud, aber dafür sind natürlich auch andere Dienste denkbar.

Text für Audioformat optimieren

Ist der Text fertig, muss er noch an das Audioformat angepasst werden. Das bedeutet: Wir lesen nur fast 1:1 den Text ein.

Der Grund: Der Hörer kann ja die visuelle Gliederung des Textes nicht sehen. Natürlich kann man auch einfach die Überschriften vorlesen, das klingt aber oft etwas ungelenk und unnatürlich. Bei einem Vortrag auf einer Konferenz lesen wir ja auch nicht die Zwischenüberschriften unseres Manuskripts vor. Darum entstehen anstelle der Überschriften Mini-Überleitungen zum nächsten Abschnitt.

Beispiel:

Zwischenüberschrift im Blogpost: Zwischenüberschriften ersetzen

Überleitung im Audioskript:
„Schauen wir uns also als nächstes an, wie wir Zwischenüberschriften durch kurze Überleitungen ersetzen können.“

Auch Bemerkungen und Sätze in Klammern sollten entweder umformuliert werden oder gestrichen werden. Zwar kann man mit Stimmmodulation den Klammerausdruck kenntlich machen, aber dazu bedarf es schon einiger Erfahrung. Wenn Du also nicht sicher bist, dass Du das elegant hinbekommst, solltest Du lieber alternative Wege gehen.

Weiterhin musst Du alle Formulierungen eliminieren oder ersetzen, die auf einen geschriebenen Text verweisen, also etwa: „Mehr dazu liest Du weiter unten.“ Der Hörer liest ja nicht. Also kannst Du hier beispielsweise sagen: „Mehr dazu erzählen wir Dir später in diesem Beitrag.“

Sinnvoll ist es, sich zuerst den kompletten Text einmal laut vorzulesen. Dabei merkst Du, welche Sätze noch nicht perfekt fließen – die kannst Du dann ggf. auch im Blogpost selbst noch einmal nachjustieren. Zudem lernst Du so den Text kennen und stolperst beim Einsprechen deutlich weniger als wenn Du blind drauflosliest.

Text segmentieren

Spätestens jetzt solltest Du den Text ausdrucken.

Der Schritt der Segmentierung ist nicht unbedingt nötig, wenn Du ein sehr erfahrener Sprecher bist oder der Text eher kurz ist. Ansonsten kann es aber sinnvoll sein, den Text in Abschnitte zu unterteilen, die Du in einem Rutsch vorlesen möchtest. Setze dort einfach mit einem Textmarker einen Strich.

ROL-Audioformat – der Prozess im Überblick

  1. Text für Audio optimieren.
  2. Beitrag einmal komplett laut lesen.
  3. Text in Häppchen aufteilen („Segmente“).
  4. Segment 1 einmal laut lesen.
  5. Segment 1 aufnehmen (z.B. mit Icecream Screen Recorder), bis die Aufnahme fehlerfrei ist und gut klingt.
  6. Für alle weiteren Segmente wiederholen.
  7. Die besten Takes auswählen und mit Audacity zusammenfügen.
  8. Intro hinzufügen.
  9. Ton optimieren.
  10. Auf Soundcloud o.ä. hochladen und in Blogbeitrag einbinden.

Du wirst schnell merken, dass es je nach Tagesform manchmal gelingt, Texte fast in einem Rutsch zu sprechen, manchmal eher nicht. Manchmal gibt es auch kritische Passagen, bei denen man sich immer wieder verhaspelt, während andere ziemlich reibungslos laufen.

Damit ich nicht allzu sehr durcheinander komme und immer weiß, welche Teile in einer MP3-Audiodatei drin sind, teile ich den Text in mehrere, größere Segmente ein. Bei 3000 Wörtern sind das bei mir etwa 4-5 Segmente.

Jedes dieser Segmente lese ich mir jetzt noch einmal laut vor, bevor ich mit dem Aufnehmen des Audioformats beginne.

ROL Format einlesen

Text einlesen

Ich spreche nun jedes Segment so lange ein, bis es (annähernd) fehlerfrei ist und die Betonung dem entspricht, wie ich mir den Text vorstelle. Manchmal habe ich dann zwei oder drei Takes, die okay sind und aus denen ich den besten aussuche.

Nun muss ich nur noch mit einem Audioschnitt-Tool die einzelnen Teile aneinander basteln. Dafür nutze ich das kostenlose Tool Audacity.

Wenn Du nicht so viel Erfahrung hast, kannst Du für die Aufnahme auch kleinere Segmente wählen, also z.B. immer von einer Zwischenüberschrift zur nächsten. Es besteht aber dann die Gefahr, dass der final zusammengeschnittenen Version dann der rechte Erzählfluss fehlt. Das lässt sich so pauschal einfach nicht sagen – es hängt viel vom jeweiligen Sprecher ab.

Bevor Du die Aufnahme eines Audioformats startest, solltest Du alle Geräuschquellen in Deiner Umgebung ausschalten. Das schließt auch – jedenfalls, wenn Du an Deinem PC, und nicht in einem Tonstudio arbeitest – Deinen Computer mit ein. Setze Dich also in allen Chats auf „Bitte nicht stören“.
Am besten, Du probierst einfach ein wenig aus, bis Du den richtigen Workflow für Dich gefunden hast.

Du kannst die Audioaufnahme natürlich nachbearbeiten, beispielsweise Rauschen entfernen oder „ähs“ (die aber beim Lesen eigentlich nicht auftreten sollten) entfernen. Zu guter Letzt wirst Du vermutlich noch Dein eigenes Intro einfügen wollen. Und dann ist Dein ROL-Format auch schon fertig!

Kann jeder ROL-Audioformate einsprechen?

Nein. Aber fast jeder! Wir sehen ROL als ein eher natürliches Format an, also eines, bei dem der Nutzer eine direkte Beziehung zum Autor bzw. Sprecher aufbauen kann, ähnlich wie bei einem Vortrag auf einer Konferenz.

Darum musst Du nicht die perfekte Aussprache oder eine Sprecherausbildung haben. Wichtig ist, dass es  authentisch klingt. Dann verzeiht der Hörer auch schon mal einen kleinen Haspler.

Man muss aber auch sagen: Es gibt Menschen, die einfach nicht mit Betonung vorlesen können. Wenn jedes Wort mit konstant gleichförmiger Stimme vorgetragen wird oder die Betonung immer ein bisschen „neben“ dem eigentlichen Satzrhythmus liegt, ist das für Zuhörer schwer anzuhören. Wenn Dir das schöne Vorlesen also sehr schwerfällt, solltest Du das Feld lieber einem Kollegen oder Mitarbeiter überlassen, der es besser kann.

Varianten des ROL-Audioformats

Ein „Nachteil“ von ROL in der hier beschriebenen Standardform ist, dass die Audioformate extrem lang sind. Bei 3000 Wörtern Text ist die Audiodatei in etwa 30 Minuten lang. Das ist natürlich nicht für jede Zielgruppe und nicht für jeden Kontext optimal.

Auf einer langen Auto- oder Bahnfahrt oder beim Bügeln hört man vielleicht auch schon mal einen längeren ROL-Beitrag. Was aber mit der zehnminütigen Fahrt in der U-Bahn? Oder nach einem langen Arbeitstag? Da darf es manchmal dann doch etwas kürzer und kurzweiliger sein.

Darum bietet es sich an, auch alternative Formen und Varianten dieses Audioformats auszuprobieren. Gegebenenfalls kannst Du einfach mit einem A/B-Test überprüfen, was bei Deiner Zielgruppe am besten ankommt. Oder Du bietest sogar mehrere Varianten zur Wahl.

Letztlich kannst Du natürlich in diesem Bereich sowieso vieles ausprobieren. Wenn es aber darum geht, kürzere und lebendigere Varianten einzusetzen, bieten sich vor allem Digest-Audioformate und zusammenfassend erzählende Formate an.

Inszenierung des ROL Formates

Digest-ROL

Bei einem Digest-ROL wird der Text ebenfalls gelesen, Du kürzt aber die Inhalte zusammen, sodass aus Deinem 30-minütigen Artikel dann vielleicht eine 10-minütige Zusammenfassung entsteht.

Dabei kannst Du natürlich Versatzstücke aus Deinem Langtext nehmen. Oft musst Du aber die Passagen neuformulieren, damit ein sinnvoller, zusammenhängender Kurztext daraus wird. Insofern erfordert dieses Format zusätzliche redaktionelle Arbeiten. Dafür brauchst Du natürlich aber auch weniger Zeit beim Einsprechen.

Kurzerzählung

Eine Alternative zum gelesenen ROL-Format ist eine meist ebenfalls gegenüber dem ursprünglichen Beitrag gekürzte Version, in der die Inhalte durch den Sprecher nicht gelesen, sondern tatsächlich – gescriptet – erzählt werden. (Insofern müssten wir das dann eigentlich TOL nennen, für „Tell Out Loud“.)

Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, einen eigenen Akzent oder Stil zu entwickeln. Auch hier muss aber zusätzlich Zeit für das Erstellen eines groben Skripts einkalkuliert werden. Denn es sei denn, der Sprecher ist ein routinierter Alleinunterhalter mit ausgeprägtem eigenen Stil, wird das Ergebnis sonst zu heterogen, und es besteht die Gefahr, das relevante Inhalte auf der Strecke bleiben.

Warum soll ich ROL (Read Out Loud) für mein Business nutzen?

Zunächst einmal gilt generell, dass Audio und Video die Zukunft gehört. Wenn sich Voice-Interfaces wie Alexa und Co. ersteinmal in der Breite durchgesetzt haben, wird das Anhören noch einmal um ein Vielfaches wichtiger, und der schriftliche Text tritt noch weiter in den Hintergrund. ROL ist also eine relativ preiswerte Lösung, Dein Business fit für Voice Search zu machen.

Gleichzeitig erstellst Du mithilfe dieses Audioformats holistische Inhalte, mit denen Du Deine Nutzer in mehr Kontexten abholst – beispielsweise auch im Auto –, als wenn Du nur auf schriftliche Texte setzt.

Du erhöhst natürlich auch die Verweildauer auf Deiner Seite, wenn sich User Deinen Blogtext oder Deine Seite als ROL anhören. Denn im Normalfall kommen die Nutzer ja zum Beispiel über einen geteilten Link von Facebook auf Deine Seite und hören sich dort Deinen Beitrag an. Und eine längere Verweildauer ist natürlich wiederum gut für SEO.

Du möchtest Deine Inhalte auch gerne holistisch gestalten und dafür das neue ROL-Format ausprobieren? Du brauchst dabei Beratung oder Unterstützung? Dann sprich uns einfach an!