Marvelboy – Die Höhle der Löwen – 14 Marketing Fragen

Matthias Gering ist nicht nur Bürgermeister in der Schweiz, er ist auch der Erfinder des Marvelboy. Marvelboy ist ein Roboter, der ohne menschliche Hilfe Softeis verkaufen kann. Mit diesem wahrlich ungewöhnlichen Konzept war Gering zu Gast bei „Die Höhle der Löwen“. Für 250.000 Euro würder der Hobbyerfinder 30 Prozent seines Unternehmens abgeben. Letzendlich will aber keiner der Löwen anbeißen und es kommt nicht zum Deal. Wir sprachen zwei Tage nach der TV-Ausstrahlung mit dem Gründer. Im Interview spricht er über seine Erfahrungen und die Auswirkungen der Fernsehsendung auf sein Unternehmen.

Marvel Boy

Bitte stellt Euch, das Unternehmen und Euer Produkt / Eure Produkte vor.

Marvelboy ist der erste 6-Achsen betriebene Industrieroboter der Softeis zapfen kann. Über einen Touchscreen wähle ich die Eissorte, bestimme welches Topping oder Granulat ich über meinem Eis haben möchte und kann sagen, ob ich das Softeis in der Waffel oder im Becher erhalten will. Danach produziert Marvelboy innerhalb von 20 Sekunden das gewünschte Eis komplett ohne menschliche Hilfe.

Die Höhle der Löwen ist inzwischen zu einer der erfolgreichsten TV-Serien in Deutschland geworden und erzeugt natürlich die entsprechende Reichweite. Was habt Ihr euch vom Pitch, der Ausstrahlung und der daraus resultierenden Aufmerksamkeit für Euer Unternehmen erwartet und was wurde davon erfüllt bzw. übertroffen oder sogar nicht erfüllt?

Im Vorfeld hatte ich mir überlegt, wie ich mit möglichst wenig Aufwand eine große mediale Aufmerksamkeit auf Marvelboy erwirken kann. So kam mir die Idee mit der Höhle der Löwen. Grundsätzlich ging es mir nicht darum ob ich mit einem Deal nach Hause gehe oder nicht.

Die mediale Aufmerksamkeit, welche die TV-Show erzeugte,hatte meine Erwartungen übertroffen.

Wie habt Ihr Euch auf den Tag der Ausstrahlung vorbereitet? Es wäre sehr interessant zu wissen, welche technischen Maßnahmen (Server, Webseite etc.) getroffen wurden und welche operativen Maßnahmen (Lagerbestand, Logistik, Produktion etc.) ergriffen wurden, um dem zu erwartenden Ansturm gerecht zu werden?

Ich habe mich vor allem mit Marketingfragen beschäftigt. Es musste ein Logo entworfen werden, die Webseite ließ ich neu gestalten und ich ließ Drucksachen, Flyer usw. anfertigen.

Wie hat sich der Umsatz in etwa prozentual nach der Ausstrahlung verändert?

Da die Ausstrahlung erst vorgestern war, ist diese Frage momentan schwierig zu beantworten. Was auf jeden Fall gesagt werden kann, ist dass sich die Mietanfragen etwa verfünffacht hatten.

Wie viele Besucher haben Eure Webseite vor der Ausstrahlung ca. pro Tag/Woche/Monat besucht und wie viele nach der Sendung? Blieb der Traffic konstant, oder gab es einen Peak, der wieder zur „Normalität“ zurückgeschrumpft ist?

Während der Ausstrahlung und am Tag danach war der Besuch der Webseite mit über 300.000 Besuchern sehr hoch. In der Schweiz haben alle großen Zeitungen darüber berichtet.

Welche Marketingkanäle wurden vor der Ausstrahlung genutzt? Welche Marketingkanäle nach der Ausstrahlung? Gibt es einen Marketingkanal, den Ihr besonders empfehlen könnt, weil er besonders performant für Euch war?

Vor der Ausstrahlung bestand eine Webseite, aber es wurde weder spezifisch Werbung noch Marketing betrieben. Die Kombination, dass ein Bürgermeister einen Softeisroboter erfindet und diesen in die Sendung „Die Höhle der Löwen“ bringt, hat viele Medien interessiert. Dies führte zu vielen Interviews in Zeitungen, Fernsehen und Radio. Für mich ist der Marketingkanal der gedruckten Berichterstattung super sinnvoll.

Wurdet Ihr vor dem Pitch schon von einer Agentur betreut oder hat sich das erst nach dem Pitch ergeben?

Nein.

Wenn Ihr alle Erfahrungen durch „Die Höhle der Löwen“ noch einmal machen könntet: Würdet Ihr Euch anders vorbereiten bzw. anders an den Pitch herangehen?

Ich würde mich im Vorfeld noch mehr mit Absatzmöglichkeiten, Kostenrechnungen und Marketing beschäftigen, um so besser vorbereitet in die Sendung zu gehen.

Was ist für Euch wichtiger: Der Bekanntheitsgrad der Marke oder der Bekanntheitsgrad eines einzelnen Produkts? Wo liegt Euer Fokus im täglichen Geschäft?

Der Bekanntheitsgrad der Marke Marvelboy ist sehr wichtig. Es soll automatisch eine Assoziation zwischen Marvelboy und Softeis entstehen.

Gab es Probleme im Skalierungsvorgang? Gab es beispielsweise Prozesse oder Gegebenheiten, die sich nicht einfach um einen bestimmten Faktor erweitern ließen? Wenn ja, wie habt Ihr die Situation gelöst?

Ja, diese Probleme gibt es sicher. Da wir ein sehr kleines Unternehmen sind, ist es uns nicht möglich innerhalb von nur wenigen Wochen eine große Anzahl Marvelboys herzustellen.

Mit welchen Tools analysiert Ihr den Wettbewerb, sowie Eure eigene Performance?

Da es weltweit keinen vergleichbaren Eisroboter gibt, ist auch der Wettbewerb noch nicht vorhanden.

Gibt es Dinge, die Euch derzeit ausbremsen? Also Momente, in denen Ihr am liebsten schneller wachsen würdet, es aber aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert?

Zeit, Geld, Abhängigkeit von Lieferanten

Setzt Ihr eher auf organischen Traffic oder auf Paid Traffic? In welchem Verhältnis stehen beide zueinander?

Bis jetzt habe ich nur auf organischen Traffic gesetzt und werde dies auch weiter tun.

Hat sich an Eurem Alltag außer der Mehrarbeit noch etwas verändert? Setzt Ihr Dinge anders um als früher?

Eigentlich nicht, Marvelboy war für mich ein Hobby und ist es jetzt noch immer.

Und die letzte Frage: Wo seht Ihr Euch in einem, zwei oder drei Jahren?

Es wäre schön, wenn in ein paar Jahren Marvelboy an verschiedenen Orten in Europa Softeis produziert.

Vielen Dank an Matthias Gering von Marvelboy dafür, dass er sich die Zeit genommen hat uns Rede und Antwort zu stehen. Sumago wünscht weiterhin viel Erfolg.

 

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