LeFloid trifft Frau Merkel – Was man daraus für´s Marketing lernen kann

Nun ist es passiert. LeFloid (Florian Mundt) hat als erster „YouTube Star“ ein Interview mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel geführt.

Schon im Vorfeld wurde wild darüber spekuliert, ob Florian direkt Geld dafür bekommen hat und ob er sich die Fragen denn wirklich frei aussuchen konnte. Alle Spekulationen für das Format an sich haben nun ein Ende, denn das Video ist gestern auf dem YouTube Kanal von LeFloid erschienen.

 

 

Was jetzt geschehen wird ist klar. Das große Pro und Contra. Jeder hätte es anders gemacht. Klar. Es starten alle Errungenschaften, die das moderne Internet erschaffen hat.

Ich möchte dieses Interview einmal dazu nutzen, um an das Marketing zu denken. Was ist da jetzt neben dem Interview eigentlich geschehen? Diese Frage kann selbstverständlich nicht vollständig beantwortet werden, aber ich versuche mal eine andere Perspektive zu zeigen.

Wie kommt LeFloid an ein Interview mit der Bundeskanzlerin Frau Merkel?

Er hat es sich erarbeitet. Er hat über Jahr genau das gemacht, was viele Marketing Berater ihren Kunden oft theoretisch versuchen zu erklären. Er hat authentisch und mit viel Spaß an der Sache eine Marke aufgebaut. Die Personenmarke LeFloid. Er hat sich ein besonderes Format ausgedacht und hat sich auf einen Themenbereich fokussiert, welcher mit Sicherheit schwierig ist aber für Reichweite sorgt. Die Politik.

Er hat es mit seiner ganz persönlichen Art geschafft Menschen (vor allen sehr junge Menschen) mit diesem Format zu begeistern. Dabei ist es kein FreakFormat, sondern im Gegensatz zu vielen anderen YouTube Formaten durchaus erwachsen. Im Kern ist er ein Gründer. Idee haben, umsetzen und dranbleiben. Das ist das Rezept.

Alles was dann kommt ist Zufall, Persönlichkeit und in Teilen auch Glück. So läuft das. LeFloid hat zu Beginn seiner Karriere sicherlich nicht darüber nachgedacht, ob er bestimmte KPIs erreicht oder wann er für sich einen ROI erzeugt. Er hat es gemacht, weil er es für sich als richtig empfunden hat.

Am Ende dieser Arbeit und der damit verbundenen Reichweite steht jetzt das Bedürfnis der Politik und der Kanzlerin auch junge Zielgruppen zu erreichen. BINGO.

Alleine in dem Weg ist alles sehr kompakt vereint, was wir im Marketing als den „heiligen Gral“ ansehen. Format, Personality, Branding, PR, Reichweite. Er sieht es einfach nicht getrennt, sondern es ist automatisch ein Ganzes.

Für das Marketing kann man viel von LeFloid lernen. Besonders hat er Mut bewiesen und das ist genau das, was vielen Unternehmern da draußen aktuell fehlt. Mut etwas Neues und Anderes zu machen.

Man kann es in der Theorie so oft erklären, wie man will. Ohne einen Menschen der „treibt“ kann ein Erfolg, wie der von LeFloid, nicht funktionieren. Einem Menschen, der sich mutig nach vorne traut, um sich und sein Format weiterzuentwickeln. Der Mut steht hier für mich im Vordergrund. Ich selber kann es zum Beispiel kaum ertragen, wenn Menschen über YouTube reden, die selber noch nie vor einer Kamera gestanden haben und sich der Öffentlichkeit präsentiert haben. Es wird für mich immer erst kompetent, wenn Leute selber etwas hätten verlieren können. Es fühlt sich völlig anders an, wenn man selber nicht nur Geld verlieren kann, sondern Werte wie Ansehen, Respekt, Anerkennung uvm. . Dabei geht es nicht darum, was andere denken, sondern wie man selbst damit umgeht.

Es gibt wenig Formate, die so menschlich sind, wie die Personal-Formate auf YouTube. Aber auch wenige, die so erfolgreich sind.

LeFloid Interview mit Angela Merkel

LeFloid hat für sich selber etwas gelernt.

Etwas was er anderen voraus hat und sein Geschäftsmodell somit absichert Ja, sie werden ihn jetzt zerreißen. Er wirkte zahm, nett, gut erzogen und hat sicherlich nicht das gemacht, was man von ihm auf Basis des Formates seiner Show hätte erwarten können. Aber er hat es gemacht. Er hat gelernt, dass die Welt um die YouTube Welt herum anders tickt. Hat gelernt, dass die Leute vom Bundespresseamt ihm sicherlich die Freiheit geben Fragen frei zu stellen und dennoch eine eigene und ganz bestimmt Vorstellung haben, wie es insgesamt ablaufen soll.

Er hat gelernt, dass er mehr Respekt vor Autoritäten hat als er selber angenommen hat. Er wird sich fragen, ob er alles richtig gemacht hat. Jajaja. Aber alles Gemotze wird am Ende Florian weiterbringen, während die meisten Hater und Besserwisser weiterhin auf der Stelle rumtanzen werden.

Früher hat Christoph Cemper für den den SEO Bereich mal den Satz gesagt:
„Die besten Links, sind die, die unser Mitbewerber nicht bekommen kann“

Ich muss jetzt aufpassen, weil ich diesen Spruch ja drehen will ;-) und Links die andere nicht bekommen wird er sicherlich massig kriegen. Aber neben den Links, hat er für sich Skillz bekommen, die er anderen voraus hat. Das ist es worauf alles aufbaut.

Im Kern ist es wie immer. Du musst dich trauen, Sachen einfach zu machen. Das hier zu schreiben ist mir einfach wichtig, weil ich das Gefühl habe die Masse läuft nur noch Bits & Bytes hinterher. LeFloid hat das nicht erreicht, weil er geschaut hat, was andere machen. Er hat es einfach für sich selbst neu erfunden.

Das ist das „Goldene Nugget“

Schaut euch das Interview doch einfach mal an und versucht diese andere Sichtweise einfließen zu lassen in eure Beurteilung. Gerne können wir hier auch darüber diskutieren. Ich freue mich drauf.

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