Google Keyword-Planer Update: Aggregated Search Volumes

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Wie die Seite SEO Monitor gestern berichtete gab es ein Google Keyword Planer Update, das für alle Search-Marketer relevant sein dürfte. Google kombiniert die Suchvolumina von Wortgruppen miteinander. So gibt es jetzt nicht mehr unterschiedliche Werte für Einzahl und Mehrzahl, sondern immer nur einen Wert. Damit hat Google die Priorisierungsmöglichkeit für Suchwort-Varianten weitgehend genommen. Nach der Einführung des „not provided“ in Google Analytics sind Search-Marketer wieder ein Stück blinder geworden. Doch es gibt Lösungsansätze.

 

Google Keyword Planer Update

Ein paar Gedanken zum Keyword-Planer Update:

Die Änderung hin zu den Aggregated Search Volumes macht zunächst wenig Sinn. Welchen Grund kann es haben, dass Google eine solche Änderung einführt? Es ist doch wichtig zu wissen, wie die Menschen suchen und welche Suchwörter und Varianten sie wirklich nutzen. Wenn ich mir also den Bereich von Einzahl und Mehrzahl anschaue, so machte es in der Vergangenheit durchaus Sinn, die Variante stark zu nutzen und zu optimieren, die einfach öfter gesucht wurde. So konnten Seiten an die Maßgabe von Google angepasst werden: „Wir wollen das beste Suchergebnis für den User finden“. Das Beste wäre dann ja das, was der der User „wirklich“ sucht.

Was soll also diese Änderung? Schauen wir uns mal ein paar mögliche Perspektiven an.

Technisch:

Mit Rechenpower dürfte das nichts zu tun haben. Da sehe ich kaum Einsparungen, die einen Sinn ergeben würden.

Organische Suche:

Die Zusammenlegung zu den Aggregated Search Volumes könnte zwei Denkansätze beinhalten. Der Erste wäre, dass Google die Webmaster anhalten oder zwingen will inhaltlich breitere und variantenreichere Inhalte zu erzeugen. Ja, dass würde Sinn machen, weil Google aktuell zum Beispiel holistische Inhalte liebt. Ich glaube, dass die Zusammenlegung von Wortgruppen hier aber nicht die richtige Möglichkeit ist. Ich schließe diesen Denkansatz also aus.

Der Zweite wäre, dass Google die Varianten mit Einzahl, Mehrzahl und erkannte Schreibfehler auch für die algorithmische Auswertung nicht mehr getrennt betrachtet. Wenn ich über diese Variante nachdenke, dann macht sie durchaus Sinn. Schuh und Schuhe sind jetzt einfach eines. Aus SEO Sicht sollte man also gleich auf eine starke Seite setzen, die beide Varianten bespielt. Im Bereich der Schreibfehler stimmt die Annahme wieder nicht, da zum Beispiel Shuh oder Schu zu immer noch unterschiedlichen Ergebnissen führen und in der „meinten sie“ Variante enden.

Insgesamt glaube ich aktuell nicht an eine Ableitung aus dem Bereich organische Suche.

Bezahlte Suche:

Mein Bauch sagt mir, dass das Update dort entstanden ist, wo das Tool eigentlich herkommt bzw. wofür es erschaffen wurde. Der Google Keyword Planer wurde bereitgestellt, um Werbetreibenden in Google Adwords die Kampagnenbildung zu erleichtern. Die alte Vorgehensweise war vielleicht so. Ich schaue mir die Suchvolumina für Schuh und Schuhe an und stelle fest, dass Schuhe 100.000 mal gesucht (fiktives Beispiel) werden und der Begriff Schuh nur 30.000 mal. Das führt direkt dazu, dass der Werbetreibende sich mehr um das Keyword Schuhe kümmern wird. Kümmern meint hier, er wird in der Regel einen höheren CPC bieten. Da mit dem Google Keyword Planer Update jetzt nicht nur die Suchvolumina angepasst wurden, sondern auch der vorgeschlagene CPC, hat man jetzt in Kern zwei Keywords, die man gleichstark nutzen muss. Das bedeutet, dass der Werbetreibende seinen CPC auf beiden Varianten auf den höheren Wert setzt.

Aggregated search volumes

Warum das so ist?

Weil Google (so wie ich es sehe) die Zusammenfassung mit dem höheren Suchvolumina-Wert und dem höheren CPC Wert gleichgezogen hat. Also mehr Suchvolumen und mehr CPC auf zwei statt auf einem Keyword.

Das führt insgesamt vielleicht höheren Ausgaben der Werbetreibenden und höheren CPCs. Genau darum geht es Google am Ende des Tages. Um mehr Einnahmen aus der Paid Search. Die organische Suche ist nur ein Beiwerk. Die Auswirkungen müssen SEOs aber mittragen.

Ich denke also, dass diese Aggreated Search Volumes im Google Keyword Planer Update alleine dazu dienen mehr Geld in die Google Taschen zu spülen. Leider wird es so einfach sein. So gerne ich auch ein größeres, visionäres Ziel für die organische Suche dahinter sehen wollen würde.

Gibt es Lösungen für das neue Problem aus dem Google Keyword Planer Update?

Lösung 1

Werbetreibende bei Google Adwords, die schon lange und sehr breit mit großen Budgets arbeiten haben die Daten. Sie sind für die Bestands-Keywords also gar nicht auf den Keyword-Planer angewiesen. Alles ist da.

Lösung 2

Neueinsteiger müssen in Adwords selber testen, welche Variante mit identischem CPC mehr Impressions ergeben. Zu Beginn mit einem sehr hohem CPC (da freut sich dann Google wieder).

Lösung 3

SEOmonitor hat in seinem Post angekündigt, dass sie eine Lösung haben. Wie die aussieht haben sie nicht gesagt. Ich kann mir nur denken, dass sie genau wie in Lösung 1 geschildert die historischen Daten heranziehen. Da werden die großen SEO Toolanbieter bestimmt auch ansetzen. Die Daten haben sie ja. Wie es aber in der Zukunft ausschaut, wenn die historischen Daten immer nichtssagender werden? Ich habe keine Ahnung. Ihr?

Ergänzung zum Google Keyword Planer Update:

Wort-Variante wie Pkw und Auto, Bahn und Zug etc. werden aktuell noch nicht zusammengeführt. Es ist also noch nicht alles verloren. Mit der englischen Sprache wird Google dort auch weiter sein, als mit der deutschen Sprache. Google tut sich mit der Spracherkennung in deutsch noch sehr scher. Siehe Youtube Transkriptionen.

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2 Kommentare
  1. Mißfeldt
    Mißfeldt sagte:

    Die Suchintention scheint mir (in der Regel) bei „Schuh“ und „Schuhe“ sehr verschieden zu sein. Zumindest beobachte ich das bei meinen Artikeln. Wer den Singular sucht, sucht in der Regel einen Ratgeber. Wer den Plural sucht, sucht einen Shop bzw. entsprechende Angebote. Zumindest erwartet man beim Plural eine größere Auswahl. Daher unterscheiden sich auch die Suchergebnisse gerade bei Produkten erheblich zwischen Singular und Plural. Insofern macht die Zusammenfassung überhaupt keinen Sinn, finde ich.
    Die Frage ist, ob Google diese Unterschiede zwischen Singular und Plural irgendwann auch in der organischen Suche „einebenen“ wird. Dann wäre es ein echtes Seo-Gewitter :-) Glaub ich aber nicht dran. Scheint tatsächlich eher darum zu gehen, Adwords-Kunden zu höherer Geboten zu treiben …

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  2. Marcel Gabor
    Marcel Gabor sagte:

    Hallo Marco, sehr schöne klare und nachvollziehbare Gedankenstruktur. Ich stimme dir da in allen Punkten zu.

    Diese Zusammenfassung von Singular und Plural kann ich ja fast noch verschmerzen. Hoffentlich war das nicht erst der erste Schritt einer mehrstufigen „Optimierung“ aus Googles Perspektive.

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