Youtube Red : Geniestreich oder Wahnsinn?

17. März 16 | YOUTUBE | Keine Kommentare.

Längst hat sich Video on Demand zu einer großen Erfolgsgeschichte entwickelt. Unzählige Streaming-Dienste haben sich etabliert, einige davon sogar international – man denke nur an Amazon und Netflix. Allerdings müssen die sich warm anziehen, denn mit Youtube Red hat Google einen Service gestartet, der es so richtig in sich haben könnte.

Da Youtube Red bislang nur in den USA verfügbar ist, sind in Deutschland nur wenige Personen mit dem Dienst vertraut. Im heutigen Beitrag möchten wir zeigen, welchen Weg Google mit dem Dienst eingeschlagen hat und mit welchen Konsequenzen andere Anbieter rechnen müssen. Außerdem blicken wir auf die Auswirkungen für Unternehmen, die auf Youtube werben.

Youtube Red - Streaming von Google?

Das Konzept von Youtube Red

Durch eine Mitgliedschaft, die 9,99 USD pro Monat kostet, werden dem Nutzer ergänzende Services freigeschaltet. Im Kern stellt Youtube Red die folgenden vier Services bereit:

  • Videos werbefrei ansehen
  • Videos offline ansehen
  • freier Zugang zu Google Play Music
  • Original Content von Youtube Stars

Hervorragende Abgrenzung von anderen Streaming-Anbietern

Sicherlich werden sich etliche Menschen fragen, weshalb sie Geld entrichten sollen, um Videos auf Youtube werbefrei anzusehen. Die Bereitschaft, für hochwertige und zunächst exklusive Inhalte zu bezahlen, wie sie von Amazon oder Netflix geboten werden, dürfte weitaus größer sein.

Allerdings darf eine Sache nicht vergessen werden: Das Angebot an Inhalten auf Youtube ist ungemein groß. Es stehen Videos zu allen erdenklichen Themen bereit, unabhängig davon, ob es um die Vermittlung von Wissen oder schlichtweg Unterhaltung geht. Nie zuvor gab es so viele Nutzer, die nahezu täglich auf Youtube unterwegs sind, um Inhalte anzusehen und auch zu diskutieren. Die eingeblendete Werbung wird mehr oder weniger ertragen. Der Anreiz, sie einfach abzuschalten, dürfte groß sein. Hinzu kommt die Offline Nutzung, die Youtube Red umso attraktiver macht.

Der größte Geniestreich könnte Youtube jedoch mit der Einführung des Original Contents gelungen sein. Youtube Stars, wie z.B. PewDiePie, produzieren die Inhalte exklusiv für die Youtube Red Community. Während Amazon und Netflix mit ihren kostspieligen Eigenproduktionen große Risiken eingehen, befindet sich Youtube auf der sicheren Seite. Das Risiko liegt primär bei den Videoproduzenten – aber diese sind ja schon erfolgreich und können auf unzählige Fans blicken. Somit muss Youtube gar nicht erst um ein Pulbikum werben, es ist bereits vorhanden.

Herausforderungen aus Sicht von Youtube

PewDiePie und Co. fesseln ein Publikum, das zu einem erheblichen Teil noch zur Schule geht. Natürlich finden sich auch Fans in anderen Altersgruppen wieder und zugleich bemüht sich Youtube um Original Content, der auch andere Kreise anspricht. Dennoch ist nicht zu verschweigen, dass ein sehr großer Teil der Youtube Heavy-User noch relativ jung ist.

Somit steht Youtube vor der Herausforderung, zahlende Mitglieder in anderen Alters- und Personengruppen zu gewinnen. Ob dies gelingt, bleibt jedoch abzuwarten – diejenigen, die Youtube nur gelegentlich nutzen, werden sich zurecht fragen, weshalb sie jeden Monat 10 Dollar entrichten sollen.

In diesem Zusammenhang kommt die Frage auf, wie sich die Pay-Zugänge auf die bisherige Monetarisierung auswirken. Bislang zeigte sich Youtube bei der Generierung von Cashflow äußerst kreativ, es wurden diverse Werbemittel geschaffen. Man denke nur an Pre-Roll Ads, eingeblendete statische Ads oder das Affiliate-Geschäft im Musikumfeld. Zudem wurden neue Möglichkeiten der Interaktion geschaffen, wie zum Beispiel Call-to-Action Buttons. All diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass Youtube beachtenswerte Einkommensströme generiert. Ein Erfolg von Youtube Red könnte dieses Konzept untergraben.

Auswirkungen auf das Advertising

Das Ausbleiben von Werbeeinblendungen ist nicht nur aus Sicht von Youtube ein Thema – ebenso betrifft es Unternehmen, die auf dem Videoportal werben. Je mehr Nutzer auf Youtube Red upgraden, desto weniger Ads werden ausgeliefert.

Keine Frage, noch dürfte dieses Problem nur für wenige Advertiser relevant sein. Doch was passiert, wenn Google Red auch in Deutschland verfügbar ist und wenn der Anteil der Mitglieder nicht nur junge Menschen umfasst, sondern beispielsweise auch Zielgruppen mit großer Kaufkraft? Einige Advertiser könnten dann zum Umdenken gezwungen sein.

Auf der anderen Seite tun sich damit auch Chancen auf. Nutzer, die mittels klassischer Ads nicht mehr erreichbar sind, lassen sich immer noch auf anderem Wege ansprechen. Damit wären wir bei einem unserer Lieblingsthemen angekommen, dem Content-Marketing. Gute Videoinhalte erzielen große Reichweiten und werden auch von Youtube Red Mitgliedern gesehen – und je nach Kampagne ist deren Anteil an den Views sogar besonders stark ausgeprägt. Somit eröffnet das Content-Marketing in einem sonst „werbefreien“ Umfeld die Möglichkeit, dennoch gesehen zu werden und somit an den Wettbewerben vorbeizuziehen.

Über den Autor

Jochen Meyer – who has written posts on .


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