Was geschieht mit dem SEO Markt, wenn die Backlink Daten weg sind ?

22. April 10 | ALLGEMEINES | 23 Kommentare| In 5 Minuten hast du es durch

Suchmaschinenoptimierung wird von vielen Menschen als so etwas wie schwarze Magie angesehen. Einige SEOs leben diesen Mythos bekanntlich sehr stark aus. Ich muss mich nur kurz an einen Vortrag auf der Affiliate Tactixx 2010 erinnern und weiß, dass gerade auf Konferenzen immer öfter mit dieser Nebengranate gespielt wird. Doch wie sieht es wirklich aus? Eigentlich ist Suchmaschinenoptimierung eine grundsolide Arbeit, die leider nicht oder nur teilweise aus Büchern zu erlernen ist, sondern fast ausschließlich über die Arbeit als Suchmaschinenoptimierer. Das liegt einfach daran, dass es sich bei den Suchmaschinen Algos nicht um offene Bewertungsmuster handelt, sondern um so etwas wie die Coca Cola Formel. Man kommt der Wahrheit also nur näher, wenn man bestimmte Sachen ständig testet.

Stichwort Bauchgefühl.

Ein Teil der Suchmaschinenoptimierung besteht in dem Erkennen von Links der Konkurrenz. Die eigenen werden dem Webmaster ja ziemlich genau in den Webmaster Tools angezeigt. Diese Links zeigen mir, wo ich mit meinem oder den betreuten Projekten noch hin muss und welche Linkbildungs-Strategien von den Mitbewerbern genutzt werden. Beides Bereiche, die nicht nur für ROI Analysen und Zeit-Analysen genutzt werden können, sondern auch um die Konkurrenz abzuschrecken, die mögliche „Verfolgung“ auf zu nehmen. Ein Part der fast nie Beachtung findet.

Linkerkennung ist also ein wichtiger Bereich. Doch wo kommen diese Links her ?

In der Regel kommen die Linkdaten aus dem Yahoo Site Explorer, der bekanntlich Schwächen hat, die für einen Großteil der Internetseiten aber nicht relevant sind. Zu mindest im KMU Bereich reichen die Daten fast immer.

Gerade Freelancer und die Gattung der von Mario Fischer bezeichneten „Dumpfbacken SEOs“ werden aber sehr ordentlich ins Straucheln geraten, wenn Yahoo vielleicht im Herbst dieses Jahres die Backlinkdaten einstampft und nicht mehr öffentlich preisgibt. Uhi, uhi, ja das Gerücht gibt es.

Was passiert dann ?

Dann beginnt die Stunde der „guten SEOs“. Der SEOs, die entweder in den Markt des Self-Crawlings bereits eingestiegen sind und der SEOs, die durch jahrelanges Networking gut miteinander verbunden sind. Backlinkdaten werden dann zu einer extrem harten Währung. Schon jetzt machen Leute wie Rand Fishkin von SEOmoz vor, wo es hingehen könnte. 1.000.000 Backlinks für 10.000 $ sind kein Pappenstil und zeigt, was da dann plötzlich für Gelder im Spiel sein werden und das auch zu Recht weil Crawling keine Kinderdisziplin ist und richtig Geld kostet. Nun werden einige fragen, wozu ich 1. Mio Backlinkdaten benötige. Versucht doch mal eine Trustanalyse mit den Backlinks der Backlinks zu machen und ihr sprengt diese Zahl ganz schnell. Die Abschaltung ist also ein Moment der massive Auswirkungen haben dürfte und auch zu einer massiven Bereinigung des SEO Marktes führen könnte, da die ganzen auf Yahoo Daten basierenden kostenlosen Tools nicht mehr funktionieren. Ich kann mich noch daran erinnern, wie Marcus Tandler sich über die temporäre Abschaltung des PageRank gefreut hat. Das war doch „Kinderkacke“ dagegen, haha.

Ich persönliche freue mich auf den Moment, wo die Backlinkdaten von Yahoo verschwinden. Gut für alle, die Alternativlösungen in der Schublade haben bzw. wissen, wie sie an die weiterhin Daten kommen. Sicherlich werden einige Leute da draußen wieder so tun als ob das keine Auswirkung auf die SEO Arbeit hätte, aber die wird es immer geben und sie haben Unrecht.

Wie vorbereitet seid ihr?

Über den Autor

Marco Janck auf Google +
Marco Janck hat SUMAGO im Jahre 2004 gegründet und betreibt die SEO Agentur seitdem im „Speck-Gürtel“ von Berlin mit großem Erfolg.

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23 Kommentare

  1. Stephan
    Stephan 22. April 2010 at 8:33

    das ist ein sehr guter Artikel und schlecht für Dumpfbacken, wenn man aber so wie ich, noch nie mit dem SiteExplorer gearbeitet hat, hat man auch in Zukunft keine Probleme 😉

    schöne grüße

    Stephan

  2. Nedim Sabic
    Nedim Sabic 22. April 2010 at 8:57

    Ich denke dass das ganze wenige schlimm ist als beführchtet. Die ganzen Linkdaten sagen auch heute nicht mehr so viel aus. Dass verstecken der Daten seitens Yahoo wird daher, wie schön bemerkt, nur einer bestimmten Zielgruppe wehtun.

  3. SEO Texte | Blog Stephan Kreis
    SEO Texte | Blog Stephan Kreis 22. April 2010 at 9:15

    […] der Artikel vom Seonauten " den find ich einfach suuper " Posted by Stephan […]

  4. Marcel
    Marcel 22. April 2010 at 9:26

    Tja, dann muss man halt mit den SEO-Tools arbeiten die selbst crawlenoder. Oder man schafft halt so gute Inhalte die jemanden dazu „zwingen“ darauf zu verlinken. Am besten sogar beides 😉

  5. Jan
    Jan 22. April 2010 at 9:58

    Wie Marcel schon sagt, die Tools mit eigenem Crawler sind halt nicht zu verachten. Wenn ich mir z.B. die SEOmoz Ergebnisse anschaue, kann man dort z.T. deutliche unterschiede zu Yahoo-basierten Diensten feststellen.

    SEO-Tools, welche noch auf die Yahoo Daten zurückgreifen, sollten nur zur Sicherheit jetzt bereits mit eigenen Crawlern nachziehen.

    Klar ist ein eigener Crawler ein unheimlicher Mehraufwand, aber z.Zt. lassen sich doch ganz gute Umsätze mit diesen Tools einfahren.

  6. Mirko
    Mirko 22. April 2010 at 10:29

    Es könnte auch das SEO-Tool unter http://www.gesunder-Menschenverstand.de helfen ?

  7. Christian
    Christian 22. April 2010 at 11:41

    @Seonaut

    Warum sollten die ihren Hahn zudrehen? Genau damit können die dann doch richtig Schotter verdienen :-)

    Viel wichtiger werden dann imho Aggregatoren, wenn man nicht selber crawlt. Dann muss ich mir die Daten von seoMOZ holen, majestic, alexa, die oben genannten eigencrawler usw. Klar muss man die Kosten genau berechnen und schauen, was sich im Endeffekt am meisten „lohnt“ (reicht die aggregierte Datenbasis oder crawl ich selber), aber wird dann definitiv sehr interessant :-)

  8. Gretus
    Gretus 22. April 2010 at 11:50

    Hallo,

    man muss bzw. sollte beim Linkbuilding zwischen `Backlinks finden´ und `Backlinks bekommen´ einen Unterschied machen.

    Der Artikel macht den Eindruck, als ginge beim Linkbuilding alles nur darum, durch irgendwelche Analysen den richtigen Linkplatz zu finden. Im Wahrheit läuft es doch eher so ab, das man irgendwie rumsucht, Anfragen macht, keine Antwort erhält, weiter sucht, irgendwas findet usw.

    Wenn die BL-Daten von Yahoo weg sind, finde ich meine Links leicht anders, bekommen werde ich sie dann genauso leicht oder schwer wie voher auch…

    Gretus

  9. Baynado
    Baynado 22. April 2010 at 12:14

    für alle die selber ins Crawlen einsteigen wollen sicherlich eine erste gute Adresse -> http://en.wikipedia.org/wiki/Web_crawler

  10. Martin
    Martin 22. April 2010 at 12:28

    Hi Marco,

    gerade für mich als Hobby-SEO beziehungsweise SEO-Anfänger (nebenbei Student) mit nur eigenen zu betreuenden Projekten ist das natürlich ein Schritt seitens Yahoo, der mir an die Substanz gehen wird.

    Fakt ist einfach, das ich nicht über die liquiden Mittel verfüge, um kostenpflichtige Angebote durchgehend zu nutzen. Da war der Yahoo! Siteexplorer immer ein recht netter, und vor allem kostenloser, Ansatz.

    Ich bin gespannt, wie sich die ganze Problematik auf mich und meine Arbeit / Recherche auswirken wird.

  11. Jojo
    Jojo 22. April 2010 at 12:33

    Ich seh da überhaupt kein Problem. Hier wurden ja schon einige Tools genannt. Was wird passieren wenn Yahoo abgeschaltet wird? Es werden sich noch mehr Anbieter auf diesen Markt stürzen und das Angebot wird im Zweifel eher größer und für bestehende Anbieter lukrativer. Preise für Linktools werden im Zweifel eher sinken.

    Davon abgesehen ist es aber schon ein Unterschied ob Linkdaten für einen geringen Preis oder gänzlich kostenlos verfügbar sind. Es ist dann eine kleine Eintrittsbarriere für Hobbyseos und Hobbyprojekte, die sich erst dazu durchringen müssen ein paar Euro auszugeben.

    Ich fänds lustig …

  12. Peew
    Peew 22. April 2010 at 12:50

    Hm klingt ja spannend. Meinst du es bringt was die SiteExplorer Daten für so viele Domains wie möglich zu Scrapen und zu speichern, als Datenbasis? Hab meinen Query dafür vor kurzem erst abgeschaltet, weil die neuen Links am Tag für mich schwer zu handeln gewesen sind… Wenn ich das hier aber so lese, werde ich ihn vielleicht wieder anschalten.

  13. Christoph C. Cemper
    Christoph C. Cemper 22. April 2010 at 17:58

    Hallo Marco!

    Super post, wir hatten ja schon ausgiebig auf der Campixx und Tactixx letzte Woche über das Thema geplaudert!

    Die Yahoo-Daten sind gut, aber nicht perfekt, weshalb wir in unseren LinkresearchTools ja alle anderen Gratis-Quellen wie Exaleand, Alexa, Technorati und sogar die verkrüppelten Google Backlinks bzw. Blog-Backlinks integrieren – und dann noch die „pay linkdata“ vom SeoMoz Linkscape, Majestic und Sistrix dazupacken um aus all diesen Bruchstücken nach einem Live-Crawler Check eine vernünftige Basis für Auswertungen zu machen. Es ist überraschend wie viel interessante Links wir dabei zB von diesen „seltsamen“ Search Engines bekommen, die in keiner anderen Engine gelistet wird, was ja neulich auch SeoKratie und Felix Kaindl bemerkt haben („mehr linkdaten geht nicht“)

    Von daher kann ich Dir nur rechtgeben, der „Dumpfbacken SEO“ wird (sehr bald schon) einen weissen Bildschirm oder Fehler bei Yahoo lesen, aber es gibt noch genug Daten die man verwenden kann.

    Die Qualifizierung und Priorisierung der Links ist sowieso eine andere Geschichte, denn selbst Yahoo die halbwegs interessant sortieren sind nicht perfekt (und unterschlagen ein paar Nuggets)

    Der von Gretus beschriebene Prozess funktioniert schon auch, denn letztlich ist des die Suche nach Keywords, die die relevantesten SEiten für einen Link präsentieren, aber in der Konkurrenzanalyse ein paar „Hämmer“ und Muster zu finden geht halt schneller wenn man sich die Backlinks anschaut.

    Auch das optimieren der eigenen Backlinks möcht ich nicht „zu Fuss“ machen müssen – denn oft melden sich die Leute ja nicht mit einem „Hey ich hab zu Dir gelinkt“ e-mail, und wenn das ein Low-Traffic-Blog ist, der aber top-relevant ist, muss da auch nicht viel Clicktraffic in den Refereren drin stehen.

    Das Thema beschäftigt mich jedenfalls seit fast nem Jahr und der Peew oben hat schon recht, eine kleine eigene Datenbasis aufzubauen würde sich schon empfehlen.

    VG aus dem sonnigen Wien

    Christoph C. Cemper
    (der orangene Linkbuildingtyp von den LinkResearchTools – mehr Linkdaten geht nicht :-)

  14. Jan
    Jan 22. April 2010 at 23:01

    Ich beschäftige mich erst seit kurzem mit SEO. Für eine erste Einführung in die Thematik sind diese sehr hilfreich. Nur weil sich jemand kein kostenpflichtiges SEO Tool zulegen kann oder will, würde ich ihn aber noch lange nicht als Dumpfbacke bezeichnen. Übrigens: A fool with a tool is still a fool.

    Damit möchte ich hier natürlich niemandem zu nahe treten. Für den wirklich professionellen Einsatz sind kostenpflichtige SEO Tools sicherlich eine große Erleichterung. Mit etwas Geschick, Kreativität und guten Inhalten kann man aber sicherlich bei kleinen eigenen Projekten auch einiges an SEO erreichen.

    Der oft zitierte „Dumpfbacken SEO“ würde vermutlich auch mit den besten Tools und Daten nichts anfangen können, wenn er sie nicht richtig versteht.

    Danke für diesen wirklich hilfreichen Artikel!

    Viele Grüße
    Jan

  15. Florian
    Florian 23. April 2010 at 3:50

    Scheint, als wird es bald noch schwieriger für Neueinsteiger werden, die nicht mit unseriösem bla bla punkten wollen.

  16. Jens
    Jens 23. April 2010 at 10:41

    Backlink Tools sind wirklich sehr hilfreich, jedoch nicht unbedingt Pflicht. Wenn ich mit einem Keyword wie Ausmusterung oder so auf den ersten Plätzen stehen möchte, schaue ich doch einfach nur, wer auf den ersten 100 Plätzen zu diesem Keyword steht und versuche mir von möglichst vielen dieser Seiten einen Backlink zu besorgen. Das gleiche dann für die Suchbegriffs-Kombinationen + das übliche wie Pressemitteilungen, Branchenbücher usw.
    Für die nicht gerade stärksten Suchbegriffe reicht das dann auch in der Regel aus. Klar erleichtert ein Tool einem diese Arbeit enorm, aber wenn man nicht unter Zeitdruck steht, kann man das so gemütlich durchgehen.

  17. Horst
    Horst 23. April 2010 at 17:10

    „Uhi, uhi, ja das Gerücht gibt es.“…

    – Gibt es auch eine Quelle zu dem „Gerücht“?
    – Aus welchem Grund sollte Yahoo den Schritt gehen?

  18. SEOnaut
    SEOnaut 23. April 2010 at 21:41

    Danke für all die Kommentare. Mich erstaunt aber doch sehr, wie viele hier denken, dass die Backlinkdaten so wenig Bedeutung für die Arbeit haben. Sehr interessant.

  19. Sebastian
    Sebastian 23. April 2010 at 22:32

    Ich sehe auch kein Problem fuer Leute, die mit Profis arbeiten. Muss man halt nur wissen wo diese zu finden sind 😉

    Fuer den Rest der Meute ist es sicherilch schon ein grosses Problem, denn Yahoo ist nunmal die Nummer1 wenn es um Speed der Links geht. Da koennen auch die oeffentlich zugaenglichen und Abo SEO-Tools nicht mithalten.

    Seb

  20. Raffael
    Raffael 25. April 2010 at 8:20

    Ich denke, dass ein großer Run auf Tools wie Sistrix etc. losgehen wird. Meiner Meinung nach müssten die aber dann schon noch etwas an Leistung draufpacken!

  21. rockpianist
    rockpianist 2. Mai 2010 at 20:07

    Die Frage ist wirklich, ob Yahoo diesen Link abschaltet. Denn immerhin ist es für mich das Einzige, was mich überhaupt auf die Yahoo – Seiten bringt. Wollen die durch ein Abschalten des Site-Explorer die letzte Verbindung zu mir kappen?
    Gruß rp

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