Tag 1 Barcamp Berlin 3

19. Oktober 08 | ALLGEMEINES | 8 Kommentare.

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Mein erster Tag auf dem Barcamp Berlin 3 ist durch. Ich hatte ja am Freitag noch sehr kurzfristig den Entschluss gefasst einen Vortrag zu halten, da ich dem Charakter des Geben und Nehmens gerecht werden wollte. Hab kurz überlegt und mich dann für das Thema Linkbuilding entschieden. 3 Stunden habe ich dann damit verbracht eine 43 seitige PowerPoint Präsi zu bauen. War garnicht so leicht, da ich nicht wusste welche Zielgruppe mich genau erwartet. Ach, hab ich gedacht, schnattere ich einfach drauf los, was mir so einfällt und jeder zieht sich das passende raus.

Ich muss bei meiner Betrachtung erst einmal das Team der Organisatoren loben, dass sie das Ding so aufgebaut haben in diesem Jahr. Das sage ich aus voller Überzeugung, da ich ja gerade am eigenen Leib spüre, wie aufwändig die Organisation einer solchen Veranstaltung ist. Also, Danke und Hut ab.

Ich werde hier in der Folge aber auch einige Sachen schreiben, die mir garnicht gefallen haben und ich bitte darum damit nicht das Gesamtkonzept in Frage zu stellen, sondern es als konstruktive Kritik zu werten.

Aber immer schön der Reihe nach. Die Location, die von der Deutschen Telekom als Sponsor zur Verfügung gestellt wurde ist bei ersten Hinsehen richtig klasse. Ein sehr altes Gebäude gepaart mit modernen Elementen. Ich würde sagen eine gelungene Komposition. Was gleich zu Beginn auffiel, war die riesige Mediawand im Foyer.

Die war bestimmt ………………….. riesig eben.

Die Wand wird zur Videoübertragung und als Tritterwall genutzt.

Bei der Registrierung hat jeder Teilnehmer ein althergebrachtes Namensschild bekommen. Hier muss ich sagen, klasse, dass dieses nach beiden Seiten bedruckt war, so dass es sich nicht wegdrehen kann. Eine kleine Sache, die ich auf vielen Konferenzen nicht umgesetzt sah. Nach der Registrierung war es wie bei der Bescherung. Man konnte an einen Gabentisch gehen und sich Sachen aussuchen. T-Shirts (in allen Größen, danke), Werbeartikel etc. pp..

Wo ich bei meinem anschliessenden Rundgang ein wenig Probleme hatte war die Orientierung im Objekt. Ist ein wenig verwinkelt und der Raumplan war auf der Rückseite des Begrüßungsbogen gedruckt, was ich aber erst bei der offiziellen Begrüssung erfahren durfte. Naja, hat aber dennoch geklappt. Im Foyer wurden die Teilnehmer des Barcamp Berlin 3 dann auch von zwei Orgas begrüsst. Bis zu diesem Zeitpunkt lief wirklich alles in englischer Sprache ab, so dass ich fast das Gefühl bekam mit meinem deutschsprachigen Vortrag hier aufs falsche Pferd gewettet zu haben. Aber ich wurde beruhigt, hehe. Nach der Begrüssung der Teilnehmer wurden die Sessions verteilt. Wer noch nie auf einem Barcamp war sollte wissen, dass das wie folgt abläuft:

Die Leute, die einen Vortrag halten wollen, kommen einzeln auf die Bühne, stellen ihr Thema vor und fragen dann die Leute, ob Interesse besteht. Wenn sich einige melden dann kommt die Sache auf das Open Grid. So nennt sich das Programmboard auf Barcamps. Da es ja auch mein erstes großes Barcamp war, wurderte es mich ein wenig, dass mein Thema gerade mal von ein paar Teilnehmern als interessant erachtet wurde. Aber dazu später mehr. Da mein Anliegen war ziemlich früh einen Slot zu bekommen musste ich beim Anstellen schon mal meine körperliche Präsenz ausnutzen. Sorry, falls es blaue Flecken gab, hehe. Das hatte den einfachen Hintergrund, dass ich um 16.00 Uhr bereits das Barcamp Berlin 3 wieder verlassen musst. Ich war also auf einen frühen Termin angewiesen.

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Ja, danach wurde es für meinen Geschmack etwas chaotisch. Alle rannten an ein Grid und ich will noch einmal sagen, dass gefühlte 400 bis 500 Menschen anwesend und interessiert waren. Ich glaube, da wäre ein schnelles Einbinden auf andere Medien in anderen Räumen besser gewesen. Aber egal. Igendwie ging es ja.

Als ich in die Sektion der Vortragsräume kam, war meine Verwunderung dann wirklich schon auf dem Höhepunkt angekommen. Ich war der Meinung, dass alle in akustisch abgeschotteten Räumen arbeiten können. Das war aber nicht so. Faktisch war ein riesiger Raum in dem Objekt durch Trennwände in Zellen unterteilt worden und die Zellen waren die Vortragseinheiten. Oben offen, so dass jeder von jedem wirklich was mitbekam. Aber da wurde noch besser, indem ich schnell mitbekam, dass nur die möglichen wichtigen Räume mit einer Soundanlage ausgestattet waren.

Gut habe ich gedacht, schaue ich mal wie es wird. Schade ist nur, dass ich den Aufbau nicht vorher kannte, denn einige Räume wurden auch videotechnisch betreut. Schade. Ich wollte auch mal ins Fernsehen, hihi.

Meine erste Session besuchte ich dann auch in meinem Raum. Dies leider nicht, weil ich so reges Interesse an Netvibes hatte (was dort vorgestellt wurde), sondern weil ich sehen wollte, was man aus der Akustik machen kann. Ich kam zu dem Entschluss. Man kann garnichts machen.

Die Referentin saß da vorne und redete so leise, dass auch wirklich nur die Reihen 1 und 1 1/2 etwas hören konnten. In diesem Fall ging es, da nur ca. 10 Hörer dort waren. Ich machte mich also auf das Schlimmste gefasst.

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12.30 Uhr fing mein Vortrag an und auch mein erster Lernprozess. Anscheinend war die Präsentation bei der Slotvergabe am Anfang scheisse oder es hört dort einfach garkeiner richtig zu. Ich glaube Letzteres war der Grund, dass ich feststellen musste, dass mein Raum voll war. Das bedeutete für mich, dass ich mit meiner bezaubernden Stimme auch noch den letzten, ganz hinten erreichen musste. Ich bekam Angst 😉

Ok, der Vortrag war dann auch mega anstrengend. Ich musste extrem laut reden und das macht einen, wie ich für mich in der Vergangenheit feststellen konnte, extrem fertig, da es mega anstrengend ist. Da geht also auch meine Hauptkritik hin.

Unter solchen akustischen Voraussetzungen würde ich nie wieder einen Vortrag halten. Das geht so nicht.

Dafür war die technische Betreuung sehr hilfsbereit. Danke dafür.

Noch ein paar Gedanken zum Vortrag selber. Mir war klar, dass die Leute den ultimativen Tipp suchen. Vielleicht war er dabei für den einen oder anderen. Ich weiss es nicht. Was ich wieder einmal feststellen konnte ist, dass Leute in Sache SEO sehr engstirnig denken. Ein Beispiel war meine Erwähnung eines möglichen Wikipedia Links. Da kam der EInwand, dass dieser ja NoFollow sein. Immer wieder das selbe Thema. Es geht doch beim Linkaufbau längst nicht mehr nur darum nur Links in Follow zu ziehen, sondern eben oder gerade auch darum eventuellen manuellen Prüfungen Stand zu halten. Da ist Pagerank nur ein Wert. Trust (also echtes Vetrauen) kann und wird in Zukunft mehr bedeuten als Follow Links zu sammeln. Denkt einfach ein wenig weiter und kombiniert SEO mit gesundem Menschenverstand. Zumindest in eueren Sahnestücken. Das wollte ich nochmal loswerden.

Nach dem Vortrag kam dann das, was ich als den Lohn der Arbeit bezeichne. Die Gespräche. Danke an alle. Da waren mal richtig spannende Sachen mit bei, die auch mir neue Kontakte und Themenfelder aufgezeigt haben. So liebe ich es.

Den Rest des Tages muss ich sagen, hatte ich kein Thema was mich so richtig begeistert hat. Viele Sachen waren mir wirklich zu oberflächlich. Ich hätte mir in vielen Bereich mehr Referenten gewünscht, die sich mal im Speziellen was trauen. Es gab Ausnahmen. Ich war also am meisten am chillen und am talken.

Wenn ich vom Chillen schreibe, dann muss ich noch auf die Sounduntermalung der Veranstaltung eingehen. Die war so chillig, dass man gepaart mit Sitzkissen und sehr weichen Sitzen fast zwangsläufig einschlafen musste. Das ich da mit meinem Empfinden nicht der einzige war zeigte die Twitterwall.

Für mich als Gernesser, war das Thema Catering ein Kritikpunkt. Es gab morgens eine Brezel. Aber nicht nur irgendeine Brezel, sondern eine mit Butter drin, was beim Abbeissen fast dazu führte, dass ich mir die Butter (die seitlich und unverhofft hinausqoll) fast übers Hemd gehauen hätte. Puh. Schwein gehabt. Zum Mittag gab es Schmalzstullen und andere belegte Stullen, was ziemlich lecker war, aber meinen Hunger auch nicht wirklich befriedigte. Gegen 15.00 Uhr gab es dann noch einmal Kuchen. Ok, danach kann ich es nicht mehr beurteilen.

Das ist da Konzept solcher Barcamps, dass sehe ich ein. Für mich gilt aber der Grundsatz ohne Mampf kein Kampf und deshalb glaube ich an die Macht eines warmen Mittagessens (auch wenn es 5,50 € kostet, hehe), auch auf einer solchen Veranstaltung und auch hier schaue ich immer wieder, ob ich vielleicht eine Soloempfinder bin. Doch auch in diesem Fall war die Twitterwall ein Segen, da Essenwünsche sehr oft Thema waren.

Alles in allem, war ich irgendwie wieder fasziniert von dem Konzept, aber auch enttäuscht. Ganz komische Zusammenstellung ich weiss. Ich selber würde und werde es anders machen und es rein subjektiv für die SEO Campixx verbessern, obwohl ich den Grundgedanken hinter den Barcamps immer noch Bewunderung zolle.

Eines glaube ich aber auch erkannt zu haben. Es gibt bei diesen Veranstaltung nicht all zu viele, die den Arsch in der Hose haben, selber etwas zu machen. Schade

Mal sehen was der zweite Tage bereit hält.

Danke an an Marc Uhlig, Markus Jakobs und Alexander Hollstein für die netten Gespräche.

Hier wurde auch schon von dem 1. Tage des Barcamp Berlin 3 geschrieben

Über den Autor

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Marco Janck hat SUMAGO im Jahre 2004 gegründet und betreibt die SEO Agentur seitdem im „Speck-Gürtel“ von Berlin mit großem Erfolg.

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8 Kommentare

  1. Christian Schlender
    Christian Schlender 19. Oktober 2008 at 9:52

    „Vertrauen durch vertrauswürdige Links zu bekommen und da ist Trust nicht immer beste Berater“ Ein bissl komisch formuliert, da Trust auf deutsch übersetzt soviel wie Vertrauen heißt. Also „Vertrauen durch vertrauswürdige Links zu bekommen und da ist Vertrauen nicht immer beste Berater“?? :-)

  2. Sebastian
    Sebastian 19. Oktober 2008 at 12:37

    Hallo, ich war einer der begeisterten Zuhörer Ihres Vortrages.
    Gibt es eine Möglichkeit den Vortrag herunterzuladen?
    Vielen Dank
    Sebastian

  3. SEOnaut
    SEOnaut 19. Oktober 2008 at 14:20

    Sorry für die unklare Formulierung. Ich meinte den Trust aus reinen nofollow Links. Schreibe das nachher noch um.

  4. Jürgen
    Jürgen 19. Oktober 2008 at 20:33

    Hi Marko!
    Danke für die nette Zusammenfassung.
    Ich würde gerne Deine Powerpoint Präsentation mal sehen. Kannst Du mir sie per EMail schicken?
    Gruß
    Jürgen

  5. J
    J 19. Oktober 2008 at 21:55

    Leider ist es mir im Moment nicht möglich solche Veranstaltungen an Wochenenden zu besuchen :(
    So konnte ich auch am SEO-Stammtisch LE vor kurzem nicht teilnehmen. Wäre auch an deinen Folien interessiert. Bei Interesse gebe ich auch gerne ein ausführliches Fazit dazu zurück.

  6. markus jakobs
    markus jakobs 19. Oktober 2008 at 23:36

    Hat mich auch sehr gefreut mit Dir auf dem Barcamp zu quatschen. :-)

  7. CBS
    CBS 20. Oktober 2008 at 16:06

    Ich kann nur zustimmen, auch wenn ich ebenso großen Respekt vor den Organisatoren habe, war die Akustik bei sieben parallel in einem Raum stattfindenden Sessions eine Katastrophe und eine Zumutung Redner und Zuhörer. Das hätte man vorher wissen können. Dass es gar kein Mittagsangebot gab, finde ich ebenso unverständlich. Es muss nicht alles kostenlos sein, aber den Teilnehmern grundsätzlich nur kalte Snacks anzubieten, ist eigentlich für ein tagesfüllendes Event unmöglich. Gerade wenn es in der Nähe selbst Ortskundige kaum Alternativen bekannt sind. Die Organisation hat daher scheinbar gar kein Mittag vorgesehen. Es gab weder eine angemessene Mittagspause, noch wenigstens irgendwelche Restaurant-Tipps für Ortunkundige (hier hätte Qype o.ä. einen Shuttleservice anbieten müssen, das wär der Bringer gewesen ;-). Ich hätte auch 5 EUR für ein passendes Mittagsangebot vor Ort gezahlt und die meisten anderen wohl ebenso. Wo ist da das Problem gewesen? Ansonsten war auch bei den Sessions wieder für mich kaum etwas dabei und die, die interessant klangen, waren oft wieder nur Produktpräsentationen. Anders als Marco denke ich daher insgesamt sehr wohl, dass man das Gesamtkonzept bei zuletzt angenommenen Größe in Frage stellen muss. Der Barcamp-Ansatz ist m.E. in aller Konsequenz nicht für eine Veranstaltung mit 500 und mehr Personen geeignet.

  8. Knut O.E. Pankrath
    Knut O.E. Pankrath 21. Oktober 2008 at 16:55

    Das finde ich ja nett, dass ich mit meiner Tochter so aufgefallen bin, dass ich mir dafür einen Kommentar eingefangen habe. Da komme ich doch gern mal auf digitalen Gegenbesuch. Der Punkt mit der z.T. suboptimalen Akustik hat mich auch noch mehr auf den Gängen plaudern lassen, als ich das zunächst vorhatte. Hat sich für mich und ein paar Gesprächspartner aber auch so gelohnt.

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