Sind die fetten Jahre im SEO vorbei ?

27. August 10 | SUCHMASCHINENOPTIMIERUNG | Keine Kommentare.

Alexander Sczakiel steht mit seinem Namen für provokante Thesen. Wer in der Vergangenheit seine Posts verfolgt hat, der wird gemerkt haben, dass er dieses provozierende Vordenkertum in seinen Zeilen hat. Was sich jetzt negativ liest, ist garnicht so negativ gemeint. Genau dieses Vordenkertum hat in der Vergangenheit das Internet immer einen Schritt weiter nach vorne gebracht. Twitter, Google, Facebook und viele mehr zeigen das deutlich.

Doch viele Vordenkerthesen sind auch einfach auf der Strecke geblieben, weil die Sichtweisen und Ansätze nicht in die richtige Richtung gegangen sind. Oft liegt und lag das daran, dass die Basisbewertung bei der Thesenerstellung falsch oder fehlerhaft war. Genau das ist bei dem Artikel von Alexander auf SEO-United geschehen.

Seine Thesen lauten

  • OnPageoptimierung im SEO wird im „normalen“ Webdesign aufgehen
  • OffPageoptimierung = SMO (Social Media Optimization)
  • Die „Goldrauschzeiten“ in der Suchmaschinenoptimierung sind vorbei

Gehen wir die Thesen doch einmal einzeln durch :

OnPageoptimierung im SEO wird im „normalen“ Webdesign aufgehen

Der Mensch. Ein intelligentes Lebewesen, dass doch mit so vielen genetisch verankerten Basisfehlern ausgestattet ist. Einer der größten Fehler liegt in der Verhaltensweise. Menschen lernen in ihrem Leben bestimmte Abläufe bzw. spezialisieren sich auf etwas. Genau für diese Handlungsstränge werden besondere „Trampelpfade“  im menschlichen Gehirn angelegt. Diese Wege dann immer wieder zu gehen, macht die daraus resultierenden Arbeitsabläufe effektiver. Doch die Arbeitsabläufe verändern sich auch nicht mehr so einfach. Insbesondere dann nicht, wenn diese immer und immer wieder nach einem bestimmten Schema abgearbeitet werden. Genau das geschieht im Webdesign. Webdesign und Informationsarchitektur liegen im Lernprozess nicht sehr nahe zusammen. Das eine erfordert ein höchstes Maß an Kreativität, das andere einen sehr strengen strategischen Ansatz. Also grundsätzlich Felder die sich beißen. Das hat zur Folge, dass es gefühlten 90 % der Webdesigner nicht gelingt eine ordentliche Informationsarchitektur nach SEO Maßstäben mitzuentwickeln.

Wer diese Abläufe kennt, der erkennt auch, dass es in der Breite nicht dazu kommen wird, dass SEO hier ersetzt wird. Gleiches gilt für das Thema der Programmierer, die in aller Regel von echten Design und Informationsarchitektur keine Ahnung haben bzw. diese dem „Pfad“ folgend nicht umsetzen können. Diese Spezialsisierungen steigern sich mit zunehmender Teamgröße. SEO bleibt mit seinen Ansätzen ein Teil im Gesamtkunstwerk der Websiteerstellung und so war es von Anfang an.

Ich würde die erste These also nicht als passend bezeichnen und sehe da auch für die Zukunft enorme Entwicklungsmöglichkeiten. Jeder, der mit Kundenanfragen zu tun hat, sieht täglich, dass der Markt noch riesig ist und der Bedarf wird auch von immer mehr Entscheidern erkannt. Das sieht man schon daran, dass die Projektentscheidungen immer höher in der unternehmensinternen Hirarchie angesiedelt werden.

OffPageoptimierung = SMO (Social Media Optimization)

Das ist eine These, die ich schon seit Jahren höre, die aber durch ständige Wiederholung nicht besser wird. SMO kann ein Teil der OffPageoptimierung sein. Nicht mehr und nicht weniger. Eine solche These aufzstellen zeigt, auf welchem „Trampelpfad“ das erstellende Gehirn unterwegs ist. Nicht böse gemeint, aber es ist doch ein schönes Beispiel für meine Ausführungen oben. SMO ist wichtig keine Frage, aber auch so speziell, dass selbst SEOs spezialisierte SMOler beschäftigen, um ihre Ziele besser zu erreichen. Vielleicht sollte ich mal Alex beauftragen 😉

Grundsätzlich ist es halt so, dass SEO immer mehr hirarchisch in die Projektführung rutscht und als strategischer Verbinder der Disziplinen eingesetzt wird.

Die „Goldrauschzeiten“ in der Suchmaschinenoptimierung sind vorbei

Diese These setzt voraus, dass es jemals Goldrauschzeiten im SEO gab. Für mein Empfinden fehlt für diese These die grundsätzliche Basis. Es wurde im Netz schon immer Geld verdient und einige haben es schneller verdient wie andere. Gerade die Google Anfangszeiten haben Gewinner hervorgebracht. Doch mit dem Geld ist es so eine Sache. Schnell verdient heisst nicht, dass es in der Tasche bleibt und wo einige richtig groß geworden sind, weil sie nach dem „Verdienen auf der Überholspur“ sich gewinnbringend weiterentwickelt haben, sind viele andere an der marktwirtschaftlichen Realität gescheitert. Das Problem ist und war, dass über die Verlierer kaum jemand ein Wort verliert. Der Begriff „Goldrausch“ beinhaltet die allgemeine Wahrnehmung von SEO in den letzten Jahren. Der ständig feiernde, saufende oder andere Drogen konsumierende SEO mit angeblichen volen Geldtaschen  ist weitgehend verschwunden. Die SEO Szene hat sich professionalisiert und gemerkt, dass auch für sie Reputation ein Thema ist. Geschäfte werden immer weniger in Bordellen oder auf Partys abgeschlossen.

SEO ist also erwachsen geworden und nach meinem Empfinden wird dadurch inzwischen mehr Geld verdient wie vorher. In der Breite sind Tagessätze von 2.000 bis 5.000 € und mehr kein Anzeichen dafür, dass kein Geld mehr verdient wird. Ganz im Gegenteil. Doch nicht nur die SEOs sind meistens professioneller geworden, sondern auch die Entscheider, die die Gelder bezahlen müssen. Man kann also sagen, dass sich das Dienstleistungsfeld eingependelt hat und das ist eine Entwicklung die mehr als passend ist.

Fazit :

Die Thesen sind für meine Begriffe falsch und meine Ausführungen zeigen, dass auch ich mich auf meinen Trampelpfaden bewege. Neben der Agentur-Ansicht könnte man das nämlich auch für zum Beispiel SEO Affiliates subsummieren. Da wurde früher noch viel mehr gelabert.

Über den Autor

Marco Janck auf Google +
Marco Janck hat SUMAGO im Jahre 2004 gegründet und betreibt die SEO Agentur seitdem im „Speck-Gürtel“ von Berlin mit großem Erfolg.

Marco Janck – schrieb posts auf sumago.de.


Leave a Reply

Kontakt

SUMAGO GmbH
SEO AGENTUR
Tel : +49 (0)3379 201192
Kontaktformular