SEO – Eine Disziplin am Scheideweg ?

15. September 12 | SUCHMASCHINENOPTIMIERUNG | Keine Kommentare.

SEO – Eine Online Marketing Disziplin am Scheideweg ?

Ok, die Überschrift könnte auch heißen : „Ist SEO tot ?“, aber darum geht es gar nicht. Es geht darum, wie SEO in Zukunft stattfinden wird. Also nicht heute, nicht morgen, aber sagen wir mal in 2 bis 3 Jahren. Wohin geht die Reise und was ist aus der alten SEO Welt von damals geworden ?

Hier kommt eine Einschätzung zu diesem Thema von mir und ich würde mich freuen, wenn ihr in den Kommentaren oder auch in eigenen Blogposts eure Meinung darstellen würdet. Ich glaube für alle, die im Bereich SEO aktiv sind ist diese Frage eine Basisfrage, denn es geht um nicht mehr und nicht weniger als den Job.

Die Geschichte

Ich kann die Einschätzung nur da beginnen, wo alles begann. Es war bei mir so um das Jahr 2000. Selber Online-Händler und SelfMade SEO. Eine wilde Zeit. Vieles ging noch mit ganz kleinem Aufwand. TOP1 Platzierungen ? Hast du auch ein Problem, was nicht zu lösen ist ? Ich selber habe nicht über Spamming mein Geld verdient, aber indirekt war halt auch nicht alles sauber. Es ging halt. Mein persönliches Arbitrage Modell lief von SEO direkt in Shopumsatz. Irgendwann war ich von den Möglichkeiten der Suchmaschinenoptimierung so fasziniert und von den einbrechenden Margen in meinem Produktsektor so genervt, dass ich 2004 den Vollschwenk ins SEO  Umfeld machte und ich kann sagen, dass ich diesen Schritt in die SEO Selbstständigkeit nie bereut habe.

Doch schauen wir uns einmal die Welt von damals an. Viele Nerds, die einen Bereich zum Spielen gefunden hatten und damit auch noch gutes Geld verdienten. Es gab und gibt ja im Grunde bis heute keine Ausbildung im Bereich SEO. Es konnte also jeder mitspielen.

Die SEO Welt war klein, sehr klein. In meiner Vergangenheit werkelte ich zunächst auf eigene Rechnung im SEO Bereich. Mit dem Start des OM Podcast SEO FM fiel dann für mich der Startschuss in die SEO Community. Was Marcus Tandler da an Pionierarbeit geleistet hat, ist aller Ehren wert. Es bildete sich ihm Rahmen des entstehenden Networkings ein Gefüge von Menschen, die man zwar nicht genau kannte, die aber irgendwie Teil des SEO Lebens wurden. Eigentlich ganz komisch. Es war eine Szene in Reinkultur.

Mit den Jahren hat sich die Szene verändert

Mit der Verbreitung des Internets wurde das Thema SEO mit den Jahren immer hipper und es zeigte sich, dass die SEOs von damals echte Pioniere waren. Nicht nur im SEO, sondern auch im Bereich des Online Marketings. Es waren Menschen, die grundsätzlich „Hunger“ auf Informationen hatten und das machte sie in großen Teilen erfolgreich. Egal, wo sie sich aufgestellt hatten.

Ein Problem für eine kleine Szene ist immer, dass sehr abgeschottet gedacht wird und genau das fand auch im Bereich der SEOs statt. SEO war (und ist sicherlich) ein Mysterium. Keiner konnte es so richtig erfassen und dennoch zeigten entsprechend gesteurte Maßnahmen wahnsinnige Wirkung. Es wurde viel Geld verdient. Doch die „Szene“ wurde immer größer und vor allen Dingen auch immer professioneller.

„Die Großen“ entdeckten das Online Marketing für sich. Vorbei war die Zeit der „Selbermacher“. Es gab nun gut bezahlte Jobs und nicht alle waren für das „selbst“ und „ständig“ geboren. Aus den neuen Beschäftigungsverhältnissen entstanden Abhängigkeiten. Aus Revolutionären wurden Anzugträger. Aus SEO Vordenkern wurden SEO Toolanbieter und, und, und.

In jedem Bereich und mit jedem Schritt der Professionalisierung veränderte sich die Szene. Es bildeten sich Gruppen innerhalb der Szene, die entsprechenden Strömungen und Eigeninteressen folgten und inzwischen geht es auch nicht mehr um „Geld satt“, sondern es geht um Marktanteile und echte Kapitalinteressen. In Teilen geht es um das Überleben jedes Einzelnen.

Keine gute Basis für eine Szene, wie wir sie damals hatten

Doch das war SEO gestern

SEO Wo hin ?

Jede Veränderung bietet eine Chance, wenn man sie erkennt und nutzt. SEO ist aktuell nach meiner Meinung an einem Breakpoint angekommen. Das“Klein-Klein Gedenke“ von damals ist nicht mehr angesagt. Es geht darum SEO als Teil des Marketing Mixes zu verstehen. Da gehörte SEO zwar immer hin. Die Eigenwahrnehmung der SEOs war aber jahrelang eine andere. Schauen wir uns also einige Phänomene an, die die Veränderung deutlich zeigen und schauen wir uns auch reine Verhaltensweisen an :

Schlipsträger – Never ?

Der Wunsch anders und „normal“ zu sein ist im Bereich SEO sicherlich sehr stark verbreitet. Keiner möchte gerne den Schutzpanzer „Anzug“ tragen. Events wie die SEO CAMPIXX und der OM Club zeigen diese Neigung sicherlich ganz deutlich. Doch man kann einfach nicht die Augen davor verschließen, dass die „Businessliga“ hoffähig geworden ist. Die Events der „Schlipsträger“ sind von der reinen Personenanzahl oft schon größer und ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren anzunehmen, dass die guten und in Zukunft gewinnbringenden Deals bereits dort gemacht werden. Es ist also nur logisch, dass viele aus der „Szene“ sich für den Schlips entscheiden. Da gibt es auch kein Problem. Jeder kann selber die Entscheidung treffen. Sicher ist eines. Kapital wird sich durchsetzen. Das war schon immer so. Wenn das geschehen ist, bleibt für Idealismus immer weniger Raum. Die Kunst liegt also für mich genau in der Kombination. Das eine zu machen ohne das andere zu verteufeln. Die Verbindung erhält die Kreativität und es gibt sicherlich kaum Bereiche der Wirtschaft in der ein Verbindungs-Spagat mehr Chancen hätte.

Leute die sich aber mit Scheuklappen auf dem „ich bin anders“ ausruhen, werden es schwer haben in der Zukunft.

SEOs der Vergangenheit, sind die besseren Online Marketer

Das kann in Teilen wirklich stimmen. Die Leute, die der SEO Szene entsprungen sind, haben durch ihre Art gierig zu sein ein enormes Wissen im Bereich SEO und Online Marketing angesammelt. Viele Ableitungen und Erkenntnisse sind einfach schon lange in ihren Abläufen und Denkmustern verankert. Mit dieser Basis werden die Probleme, die sich im SEO und OM allgemeinen darstellen viel perspektivischer angegangen und gelöst. Dazu kommt noch, dass die „Urgesteine“ einfach älter geworden sind. Die Ruhe, die daraus entsteht, schafft die Grundlage um rationale Entscheidungen besser treffen zu können. Das Alter hat auch noch einen weiteren Vorteil. Es entsteht in der Regel eine Sozialkompetenz. Eine Eigenschaft, die gerade in der Professionalisierung ein wichtiger Faktor ist. Sozialkompetenz und die Möglichkeit der Personalführung bzw. des Teamaufbaus sind Eigenschaften, die zur Zeit vergoldet werden können.

Grundsätzlich glaube ich, dass die Szene von damals echt gute Jungs hervor gebracht hat, die nicht nur gute SEOs sind, sondern breit denkende Marketer.Das hört sich jetzt wie ein alter Lobgesang an, aber es soll verdeutlichen was die Zeile auch von Einsteigern sein sollten. Manchen kommt halt erst mit der Zeit.

Die Basis von SEO ist ein Studium ?

Die Bewegung dahin ist sicherlich die richtige. Schon, um das Lohnniveau in dem Bereich hoch zu halten. Mit dieser Bewegung geht aber leider auch sehr stark der Spirit verloren, den SEO in der Vergangenheit auszeichnete. OnlineMarketing wird immer mehr als Job betrachtet und empfunden. Es geht nicht mehr um die Begeisterung am Thema. Zumindest nicht mehr so wie früher. Ich sehe das Leuchten in den Augen der Leute einfach immer seltener. Das Studium killt die Inspiration und den Hunger am Thema. Das gilt sicherlich nicht für alle, aber die Tendenz ist schon erkennbar.

SEOs Mangelware

Was wir brauchen sind nicht nur studierte BWLer oder ITler. Was wir viel mehr brauchen sind Leute, die mit Herzblut dabei sind und massiv lernen „wollen“. Diese Charaktereigenschaft wird durch ein Studium nicht garantiert. Ganz im Gegenteil, weil gerade männliche Wesen eher später erst merken, was sie eigentlich wollen. Wenn ich mir also die Ausschreibungen von heute so ansehe, dann befinden sich viele Unternehmen auf einem Holzweg ohne es zu merken und das tut der Nachwuchsentwicklung im Allgemeinen nicht gut. Die Ausschreibung nach Schema F zu machen, ist aber einfacher. Es zeigt genau wie es gelehrt wird.

Das Problem bleibt aber die Möglichkeit der Ausbildung. Es ist einfach viel besser möglich über ein Studium in das Thema zu gelangen, als über den einfachen Ausbildungweg. Welcher Schulabgänger will denn (auch wenn er „Hunger“ hat) einen Job ohne Ausbildung annehmen ? Die Leute werden also alle erstmal etwas „Vernünftiges“ lernen und dann zum Thema kommen. Ich glaube es lohnt sich die Leute von Morgen auch hier zu suchen. Aber ehrlich ? Das ist nur meine Meinung und ich glaube, dass sich die nicht durchsetzen wird 😉

OUT OF THE BOX

Viele, die im Bereich SEO gestartet sind, sind gefangen. Sie sind gefangen in einer sehr kleinen und abgeschotteten Welt. Viele merken einfach nicht, dass die Welt sich um sie herum verändert und das ist die eigentliche Herausforderung. Auch wenn ich selber jahrelang ein Verfechter der Spezialisierung war, so denke ich schon seit einiger Zeit, dass man massiv über den Tellerrand schauen muss, um nicht im Gesamtthema Online Marketing auf der Strecke zu bleiben. Ein Gesamtverständnis für Marketing zu haben und zu wissen, wie andere Bereiche funktionieren, wird elementar werden. Auch für SEO. Ich meine damit aber nicht nur das Wissen aus den Büchern, sondern gerade das Wissen, dass man aus Networking und Kontakten gewinnen kann. Theorie und Praxis sind zwei völlig andere paar Schuhe.

Diese Verbreiterung des Networking Anspruches und der persönlich breiteren Fortbildung wird den SEO und Onlinemarketer von Morgen auszeichnen. Das ist meine Überzeugung und das wird sich in allen meine SEO zugewandten Projekten in Zukunft zeigen, wenn man es nicht jetzt schon erkennt.

SEO ist nicht tot, aber SEO ist an einem Scheideweg. Wenn die SEOs nicht aufpassen, werden sie in eine Ecke gedrängt und verkümmern dort. SEO muss deutlich mehr USP in Verbindung mit anderen Disziplinen herausarbeiten. Die Bereiche in denen allein durch SEO ein ausreichend wirtschaftlicher Mehrwert aufgezigt werden kann sind dem Ende sehr nah. Die Dichte im OnlineMarketing ist gerade im deutschen Markt doch viel zu dicht inzwischen.

Content is King

Ein Ausspruch, den man meist aus den SEO Reihen hört. Doch entsteht Content in der SEO ? Wohl eher nicht. SEO kann aber ein toller Multiplikator sein. Wenn man versteht wo „Content is King“ eigentlich hingehört.

In diesem Zusammenhang muss ich noch erwähnen, dass gerade die Entwicklung im Blogbereich auf Veränderung schließen läßt. Nach meiner Meinung bloggen wieder viel mehr und darüber freue ich mich. Es folgt dem Content is King Ansatz und ist im Rahmen der aktuellen Google Veränderungen folgerichtig. Aber Content is King bedeutet viel mehr. Viel, viel mehr.

Wie ist eure Meinung ? Schreibt viel und schreibt wild. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als eure Zukunft. Da wird man sich doch mal drüber austauschen dürfen. Ich bin gespannt, wie sich neben dem Schreiben die „Szene“ anpassen wird und ich schaue mir das auf einer sehr persönlichen Ebene an, weil die „Szene“ halt aus Menschen besteht. Das vergessen viele. Auch bei der Betrachtung ihrer Kunden.

Und ja, ich ha darüber schon mehrmals geschreiben. Und ja, ich werde auch zukünftig öfter darüber schreiben, weil ich es einfach für richtig und wichtig erachte.

Über den Autor

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Marco Janck hat SUMAGO im Jahre 2004 gegründet und betreibt die SEO Agentur seitdem im „Speck-Gürtel“ von Berlin mit großem Erfolg.

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