Neuer Rankingfaktor bei Google: Urheberrechtsverletzer werden abgestraft

13. August 12 | ALLGEMEINES | 15 Kommentare| In 5 Minuten hast du es durch

In dieser Woche wird ein neuer Rankingfaktor in den Google-Searchalgorithmus eingebaut. Seiten, die Google als Urheberrechtsverletzter bekannt sind, sollen in den Suchergebnissen weiter unten als vorher gelistet werden.

Wie erfährt Google von Urheberrechtsverletzungen?

Seit einigen Jahren können Seiten, die Inhalte fremder Urheberschaft erhalten, bei Google gemeldet werden. Allein im letzten Monat hat Google 4,3 Millionen dieser „removal notices“ erhalten (http://www.google.com/transparencyreport/removals/copyright/), mehr, als es im gesamten Jahr 2009 waren. An Hand dieser Daten kann Google eine gemeldete URL algorithmisch nach unten durchreichen und hat nun angekündigt, damit in dieser Woche zu beginnen.

Copyright Removal Requests – Google Transparency Report

Da aber Google nicht abschließend weiss, ob wirklich eine Urheberrechtsverletzung vorliegt (dies könnte nur ein Gericht entscheiden) werden die Seiten nur solange abgestuft, bis eine valide Aussage über die Urheberschaftsverletzung getroffen werden kann.

Kann man sich wehren, wenn man der Meinung ist, zu Unrecht angeschwärzt worden zu sein?

Google wird ein Tool veröffentlichen, mit dem man „Gegenanzeige“ stellen kann. Damit wird einem ermöglicht, die Vorwürfe zu entkräften und die Abstrafung rückgängig zu machen.

Über einen solchen Fall kann man bei heise online nachlesen. In einem Artikel im Juni berichtete Heise über eine Preview von Microsofts Windows 8. Aus irgendwelchen Gründen hat Microsoft in dem Artikel eine Urhebenschaftsverletzung entdeckt und dementsprechend eine „copyright removal notice“ bei Google gestellt, die diesem Ansinnen auch nachgekommen sind. Der Artikel über die Windows 8 Preview ist daraufhin aus den SERPs verschwunden. Erst auf persönliche Nachfrage hat heise online den Grund erfahren und konnte erfolgreich intervenieren, so dass der Artikel wieder seine Rankings erhalten hat.

Die Top 3 der Unternehmen, die im Juli Removal Requests gestellt haben:

RIAA (Musikindustrie)                  800.829 URLs

Microsoft Corporation                   437.000 URLs

Froytal Services Ltd                       406.619 URLs

Die Top 3 der gemeldeten Domains

filestube.com                                   876.720 URLs

extratorrent.com                            275.684 URLs

torrenthound.com                         271.863 URLs

 

Warum das alles?

Google denkt, wie immer an die Nutzer der Suchmaschine und möchte denen die besten Suchergebnisse liefern. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden.

Ich denke aber, dass Google viel Arbeit investieren muss: Es wird Webseitenbetreiber geben, die im Clinch mit Konkurrenten liegen und gerne mal zu einer unberechtigten Anzeige greifen.

Ehe der Mitbewerber dies mitbekommt in dem Google Webmaster Tools, kann die Seite längst abgestraft sein und ehe das Removal Werkzeug greift (hier sind sicher Menschen beschäftigt und es muss manuell eingegriffen werden) kann ein wirtschaftlicher Schaden entstanden sein.

Ich hoffe, dass es hier nicht zu einer Anschwärzmentalität kommen wird, obwohl ich sagen muss, dass ich auch ungern eigene Inhalte auf fremden Webseiten sehe.

Hier gehts es zum Orginalartikel von Google: http://insidesearch.blogspot.de/2012/08/an-update-to-our-search-algorithms.html . Wie sich ein solcher neuer Rankingfaktor direkt auswrikt kann noch nicht gesagt werden.

Über den Autor

Stefan Rudolph

Stefan Rudolph – who has written posts on .


15 Kommentare

  1. Christian
    Christian 13. August 2012 at 12:14

    Ohh man…

    Grundsätzlich eine gute Idee, aber das wird sicherlich die nächsten Wochen ein Spaß.
    Aber wenn ich das richtig verstanden habe wird immer nur die bestimmte Unterseite bestraft und nicht die ganze Domain, oder?

    Grüße

  2. Loewenherz
    Loewenherz 13. August 2012 at 12:53

    Klingt irgendwie krude, eher förderlich für „linke Aktionen“, wie wir sie erst kürzlich hatten. Ist mittlerweile eine Vergangenheit als IM bei Bewerbungen an Google von Vorteil?

  3. Sebastian
    Sebastian 13. August 2012 at 12:59

    Hallo,

    Ich halte diese Entwicklung generell für sinnvoll.

    Dies stärkt zum einen die Position der Rechteinhaber von Inhalten und schwächt diejenigen, die Rechte an Inhalten systematisch untergraben.

    Nur wie Du mit Recht (mit Bezug auf den Heise Artikel) hinweist, kann es dabei auch zu Ungereimtheiten kommen, die zum Nachteil des „angeschwärzten“ Domain-Inhabers führen können. Hier muss Google in jedem Fall ein gut funktionierendes, zeitnahes Reporting entwicklen, dass darüber berichtet, wenn ein entsprechender Antrag eingegangen ist, damit man dazu Stellung nehmen kann.

    Aber es wird auch eine Mehrzahl an offensichtlichen Copyright Verstößen geben, die von Google mit Recht entsprechend „geahndet“ werden, denn wieso sollten derartige Projekte gut ranken, wenn sie doch offensichtlich gegen geltendes Recht verstoßen?

    Darüber hinaus reagiert Google nur, wenn entsprechende Dokumente eingereicht werden, die nachweisen, dass eine Verletzung der Rechte-Inhaber stattgefunden hat:

    „Only copyright holders know if something is authorized, and only courts can decide if a copyright has been infringed; Google cannot determine whether a particular webpage does or does not violate copyright law. So while this new signal will influence the ranking of some search results, we won’t be removing any pages from search results unless we receive a valid copyright removal notice from the rights owner. And we’ll continue to provide „counter-notice“ tools so that those who believe their content has been wrongly removed can get it reinstated. We’ll also continue to be transparent about copyright removals.“

    Gruß,
    Sebastian

  4. Oliver
    Oliver 13. August 2012 at 14:09

    Hallo zusammen!
    Eine Frage:
    Wurde es offiziell von Google bestätigt, dass man eine Nachricht über die GWT bekommen, wenn gegen meine Seite eine solche “copyright removal notice” erstellt wurde?

    In dem offiziellen Blogpost von Google finde dazu nichts….

  5. Yankee
    Yankee 13. August 2012 at 14:20

    Das ist so wie immer bei Google. Nichts genaues weiss man nicht

  6. tobiasschumann
    tobiasschumann 13. August 2012 at 14:41

    So wie ich es verstanden habe, bedarf es einer gewissen Anzahl an Beschwerden, um einen Rankingsverlust zu erfahren. Zudem soll es – neben der Möglichkeit zur Gegenanzeige – auch einen gewissen „Schutzmechanismus“ geben, der Seiten vor einem Angriff von außen schützen soll.
    Nachzulesen bei Danny Sullivan:
    http://searchengineland.com/google-many-popular-sites-will-escape-pirate-penalty-130289

    „Today, Google told me today that the new penalty will look beyond just the number of notices. It will also take into account other factors, specifics that Google won’t reveal, but with the end result that YouTube — as well as other popular sites beyond YouTube — aren’t expected to be hit.

    What other sites? Examples Google gave me include Facebook, IMDB, Tumblr and Twitter. But it’s not that there’s some type of “whitelist” of sites. Rather, Google says the algorithm automatically assesses various factors or signals to decide if a site with a high number of copyright infringement notices against it should also face a penalty.

    Hope that helps. :)

  7. thInKnexT
    thInKnexT 13. August 2012 at 14:47

    Na wenn das mal nicht ausgenutzt wird. Prinzipiell ja richtig und gut, solche Webseiten zu „bestrafen“, aber ob es dann immer die richtigen trifft. Da wird evtl. viel Arbeit auf Google zu kommen.

  8. Jan
    Jan 13. August 2012 at 16:22

    Oha! Ich glaube auch, dass dort eine ganze Menge Probleme auf Shops und andere Website-Betreiber zukommt. Wenn Google diese „Anzeigen“ ungefiltert akzeptiert, wird sich in nächster Zeit gearde auch bei den großen Shops viel tun 😉

    Grundsätzlich: Idee gut, wird aber mißbraucht werden und zu riesigen Problemen führen. Es wird vielfach die Falschen treffen.

  9. Michael Dunker
    Michael Dunker 14. August 2012 at 1:05

    Na zum Glück gibts bei Youtube keine Urheberrechhtsverstöße… Würde ja auch nicht zu don’t be evil passen, so eine Piratenplattform zu hosten … 😉

  10. Marcell Sarközy
    Marcell Sarközy 14. August 2012 at 9:28

    Merkwürdigerweise fehlt eine Seite im Report, und zwar genau die Seite, die insgesamt am meisten Copyright-Beschwerden von allen bekommen hat. Die Rede ist von der größten Video-Plattform der Welt, Youtube. Aber Youtube gehört ja Google und somit wird hier natürlich mit zweierlei Maß gemessen.

  11. Sebastian Rehmer
    Sebastian Rehmer 14. August 2012 at 10:34

    Das ist also Google’s ACTA, so verstehe ich die Sachen. Im Prinzip das ist ja eine gute Sache, aber die möglichen Fehler könnten sich so einfach nur vermehren.

  12. Martin
    Martin 15. August 2012 at 2:50

    Klingt meiner Meinung nach nach viel Arbeit und Stress ist vorprogrammiert. Ich denke das wird vornehmlich wie beschrieben erstmal von den großen Unternehmen vorrangig in Anspruch genommen werden.

  13. Markus
    Markus 15. August 2012 at 21:44

    Solange nicht wieder irgendwelche Nebelbomben gezündet werden und es wieder ne Pauschalabstrafung gibt. Wenn man überlegt, wie viele Webshops nun auf dem Radar stehen müssten… Ohweh…

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