Nest Labs wird von Google für 3.2 Milliarden Dollar gekauft

14. Januar 14 | ALLGEMEINES | 6 Kommentare| In 10–12 Minuten hast du es durch

Nest Labs. Kaum jemand hatte diese Firma auf dem Schirm. Durch unsere Tätigkeit im Bereich Brandschutz und Rauchmelder gehörten wir zu der Gruppe von Menschen, die sich mit der Firma und den Produkten schon einmal auseinander gesetzt haben. Doch auch wir haben dabei nicht die ganze Reichweite der Produkte auf dem Schirm gehabt. So ist es manchmal. Da passieren direkt vor deiner Nase Sachen, die wirklich groß sind und du bemerkst es nicht.

So war es nun auch mit Nest Labs.

Nest Labs - Der Google Kauf

Google kauft Nest Labs

Mit Datum von gestern erschien die Meldung das Google Nest Labs für die nicht unbedeutende Summe von 3.2 Milliarden Dollar kauft. Damit wäre der Kauf die zweitgrößte Firmenübernahme in der Geschichte von Google. Nur der Kauf von Motorola war mit 12.5 Milliarden Dollar teurer.

Doch was ist eigentlich Nest Labs ?

Nest Labs wurde 2010 gegründet. Die Firma produziert technische Haushaltsgeräte, welche die Möglichkeit besitzen, mit dem Internet zu kommunizieren. Dazu gehören zurzeit Rauchmelder und selbstlernende Thermostate. Die Gründung erfolgt durch Tony Fadell, der als einer der Väter des Musikplayers iPod gilt. Um sich herum sammelte er ein Team aus sehr gefragten Mitgliedern des Apple Design Teams. Die entwickelten Produkte gelten als besonders stylisch und trendy. Sie kombinieren modernes Design mit intelligenter Technik.

Welche Geräte vertreibt Nest Labs zur Zeit?

Das intelligente und selbstlernende Thermostat

Thermostate gibt es schon seit langen Zeiten, aber so richtig Bewegung konnte der Markt nicht verzeichnen. Neue Möglichkeiten wurden seit Jahren und Jahrzehnten konsequent nicht genutzt. Tony Fadell wollte dies ändern und nahm sich als erstes diesen Bereich vor. Ein Raum-Thermostat welches durch da tägliche Nutzerhandling selbstständig lernt und weltweit über das Internet erreichbar ist.  Geboren war das selbstlernende Thermostat im iPod Design von Nest Labs. Innovatives und bewährtes Design nach Apple Vorbild kombiniert mit einem modernen Leistungsspektrum. Wie das in einem Produktvideo aussieht, kann man in dem folgenden Video gut erkennen.

Der intelligente Rauchmelder und CO Melder

Der Nest Rauchmelder ist anders als herkömmliche Melder. Er kombiniert CO Warnung mit Rauchwarnung. Er spricht mit den Menschen und fordert zum Verlassen auf (neben der Alarmfunktion) und er ist über das Internet zu kontrollieren. Dazu kommt das stylische und moderne Design in klassischer Apple Art.

Hier findet ihr das entsprechende Video zum Nest Rauchmelder

Doch warum kauft Google NEST ?

Google bleibt seiner vorausschauenden Denkweise weiterhin treu und fasziniert mich damit ein weiteres Mal. Der Kontakt zwischen Google und Nest ist sicherlich über die örtliche Nähe in Palo Alto zu Stande gekommen und es es ist ja auch kein Geheimnis, dass sich die Leute dort alle gut untereinander kennen bzw. vernetzt sind. Das gehört noch viel mehr zur amerikanischen Lebensart als bei uns. Das Google sich frühzeitig für Nest Labs interessierte, zeigte sich auch durch die Teilnahme an dem Google Ventures Verbund. Hier sollte man einfach immer wieder reinschauen. Google fördert nur Sachen, an die sie auch selber glauben.

Google ist schlau. Die Suche ist ein Teil, aber visionär nur ein Teil von vielen. Es geht um Weltherrschaft in Sachen Informationen. Es geht um indirekten Vertrieb und die Möglichkeit so dicht wie irgend möglich an die Menschen heran zu kommen, die konsumieren.

Mit dem Kauf von Nest Labs verschafft sich Google Zugang in unseren Privatbereich. Sie bieten ein tolles und innovatives Produkt an, dass sich deutlich von anderen gängigen Produkten abhebt. Es beinhaltet eine Sensorik, die bestimmte Lebensgewohnheiten übermittelt. So werden bei den Thermostaten Verhaltensdaten zur Energienutzung erfasst und übermittelt. Daraus lassen sich Verhaltensmuster erstellen, die dann genutzt werden können, um bestimmte Produkte anzubieten. Es wird also direkt ein Bedarf erkannt bzw. vermutet, der mit Lösungen „bespielt“ werden kann.

Beispiel :

Ich nutze das Nest Thermostat. Ich stelle es so ein, dass die Temperatur in der Nacht abgesenkt wird. Sagen wir mal in der Zeit von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr. Google weiß jetzt, dass ich in dieser Zeit zu einer hohen Wahrscheinlichkeit schlafen werde. Klar, könnte ich auch in der Nachtschicht sein, aber in der Regel werde ich es dann warm haben wollen, wenn ich nach Hause komme und dann erst absenken. Soweit brauchen wir aber gar nicht denken. Da diese Thermostate selbstlernend sind bedarf es für einen gewissen Zeitraum der manuellen Nutzung. Hier sieht das Gerät also ganz genau, wann was passiert und kann schlussfolgern. Ich bediene also das Gerät um 08.00 Uhr, weil ich das Haus verlasse und stelle es so ein, dass es um 14.00 Uhr wieder hochfährt. Könnte das bedeuten, dass ich in der Zeit arbeiten bin ? Dieses Spiel geht weiter und die Ableitungen sind ziemlich weitreichend.

Wenn ich also ein Energie-Vergleichsportal wäre wie Check24 oder ähnliches, dann würde ich mir nach den Daten die Finger lecken. Maßgeschneiderter gehen Angebote ja dann nicht mehr.

Gleiches spiel bei den Rauchmeldern. Das Gerät erkennt, ob ich Raucher bin, wann ich koche, ob ich einen Kamin habe und sogar wie mein Lüftungsverhalten ist. Die Sensorik lässt das sicherlich zu. Aus diesen Daten können selbstverständlich Informationen gewonnen werden, die nützlich für das zielgerichtete Ausliefern von Werbung sind. Aber Hallo.

Nest Labs & Google : Ein zweischneidiges Schwert

Nun schreibe ich immer Google, obwohl es ja eigentlich um die Geräte von Nest geht. Die Verbindung ist vielleicht nicht direkt zulässig, aber dennoch so nah. Klar, werden Google und Nest sagen, dass die Daten geschützt bleiben und nicht genutzt werden. Sie werden vielleicht auch sagen, dass sie überhaupt nicht genutzt werden. Das gehört zu Spiel. Google fördert und kauft nicht Nest Labs für 3.2 MILLIARDEN Dollar, weil sie Rauchmelder und Thermostate produzieren. Nein Google will immer mehr. IMMER. So wird es sicherlich auch hier eine Scheibchentaktik geben, die die Geräte und den Datenaustausch irgendwann als selbstverständlich erscheinen lassen. Das funktioniert halt gut. Der deutsche Markt wird sich mit Händen und Füßen wehren, wie es immer ist.

Doch am Ende wird es die Art von Geräten geben und der vermittelte Nutzen wird höher sein, als das Verlangen auf Datenschutz. So tickt unsere Gesellschaft und Google weiß dies.

Der Kauf von Nest Labs ist ein toller Schachzug und wir können nur vermuten, welche Produkte Nest noch in der Pipeline hat. Die Pipeline wird nicht unerheblich in den Kaufentscheidungsprozess gewirkt haben.

Vielleicht bekommen wir dieses Thema ja noch irgendwie in den Next Level Day der SEO CAMPIXX 2014 rein. Genau darum geht es dort.

Einen weiteren Artikel findet ihr hier.

Über den Autor

Marco Janck auf Google +
Marco Janck hat SUMAGO im Jahre 2004 gegründet und betreibt die SEO Agentur seitdem im „Speck-Gürtel“ von Berlin mit großem Erfolg.

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6 Kommentare

  1. michaela
    michaela 14. Januar 2014 at 12:30

    „Klar, werden Google und Nest sagen, dass die Daten geschützt bleiben und nicht genutzt werden. Sie werden vielleicht auch sagen, dass sie überhaupt nicht genutzt werden.“ (zitat)

    lustig wird sein, dass twölftrilliarden menschen , die ganz sicher nicht mehr an den weihnachtsmann glauben DAS aber sicher glauben 😉

    Danke für den interessanten Artikel.

  2. Alex Sczakiel
    Alex Sczakiel 14. Januar 2014 at 15:50

    Die Daten die Google hier sammeln kann sind für das große ‚Orakel‘ unserer Zeit sicherlich von großem Wert. Aber mal abgesehen von den Advertizing Möglichkeiten, sehe ich hier noch zwei weitere wichtige Gründe die zu diesem Kauf geführt haben und würde diese gern noch hinzufügen.

    1. In der Tech-Industrie hat man Nest, als Speerspitze der Heimautomation Welle, schon sehr lange auf dem Schirm. Gerade auf der CES 2014 haben wir eine Menge verschiedener ‚Connected Devices‘ gesehen, was noch fehlt sind Standards und eine Schnittstelle für diese einzelnen Geräte in deinem Haushalt. Heute schon erinnert dich Google Now selbständig an deine Termine und morgen stellt es dir schon mal die Heizung bevor du nach Hause kommst. Darum geht’s.

    2. Google hat in der Vergangenheit Produktdesign, z.B. im Bereich Mobile, in die Hände von Dritten gegeben, was immer zu halbgaren Produkten geführt hat. Gerade in letzter Zeit aber nehmen sie mehr und mehr Einfluss auf ihre Hardware und ich denke es ist nur eine Frage der Zeit bis Google sich durch ihrer Motorola Ressourcen und Talenten wie Nest CEO und iPod Designer Tony Fadell in einer guten Position befindet eigene Geräte von hoher Qualität zu produzieren. Wie schon Steve Jobs damals gesagt hat: „People who are really serious about software should make their own hardware.“

    Und du hast Recht Marco: „Google will immer mehr.“ <- Google will alles.

  3. Mario
    Mario 15. Januar 2014 at 22:31

    Das ist echt schon strange, da muss ich noch mal ein paar Tage drüber nachdenken. Aber dein Beispiel trifft es schon recht gut.

  4. NEST Rauchmelder für 3.2 Milliarden Dollar « Rauchmelder Blog Rauchmelder Blog

    […] Weitere Artikel zu diesem Thema finden sie unter “Nest von Google gekauft” und “Nest Rauchmelder – Was kommt jetzt” […]

  5. Google kauft Nest: Topthema und Angstmacher - Seosweet

    […] Geräte nutzen. Einen tollen Einblick in das was Google aus dem Nest Kauf machen könnte, hat Marco Janck in seinem Artikel geliefert. Die Gründe für den Kauf von Nest dürften vielschichtiger sein, als lediglich mehr über die […]

  6. Quo vadis Google?
    Quo vadis Google? 17. Januar 2014 at 17:16

    […] Nach Google Glass also noch ein Produkt, bei dem es ums Sehen geht. Vor ein paar Tagen erst hat Google mit “Nest” einen Anbieter von Haushaltsüberwachungstechnik übernommen. Und davor war es Boston Dynamics, ein […]

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