Nächster SEO Halt :Marketing Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Online Marketing

26. März 12 | ALLGEMEINES | 15 Kommentare.

Nein, nein, das wird hier nicht wieder eine der so schönen und üblichen Diskussionen zum Thema „Ist SEO tot ?“. Es geht und ging nie darum, ob SEO stirbt. Es ging oder geht im Grunde immer nur darum, wie sich SEO entwickelt und da sehe ich doch sehr gravierende und sich anpassende Prozesse. Zumindest bei mir und bei den Kollegen, die mich umgeben.

Ich habe in meiner Consulting-Arbeit viel mit Gründern zu tun. Nicht diese VC Mega-Nach(Ver)brenner Geschosse, sondern ganz solide Gründer. Auch wenn es unter den Online Marketern schon sehr in Vergessenheit geraten zu sein scheint, gibt es immer noch Gründer, die mit Eigenmitteln oder mit einer entsprechenden Bankfinanzierung gründen.

Gerade die erst genannten „Geschoß“-Gründer stehen exemplarisch für ein eine Gruppe angeblich ganz moderner Menschen. Ich komme meist mit ihnen im Networking in Berührung, weil sie sich ganz verbittert in den Kopf gesetzt haben das Online Geschäft aufzumischen. Ich muss gestehen, dass einige von denen auch echt recht fit sind im Thema Online Marketing und ziemlich genau wissen, was sie online wollen.

Vielleicht hört man es schon raus. Das, was die „New Generation“ ausmacht.

Alles ist online.

Doch ist wirklich alles online ?

Sicherlich ist es keine Lüge, wenn man annimmt, dass ein sehr großer Teil der globalen Geschäfte inzwischen online getätigt wird. Es ist also ein Bereich in den man wirklich rein muss. Doch sehr viele Gründer und auch Online Marketer, die ich kenne versteifen sich zu stark auf das Online-Feld. In einer Welt aus Twitter, Facebook und Online Shops könnte man fast zu der Meinung kommen, dass es gar keine Menschen mehr gibt, sondern nur noch einen ewigen Strom aus 1 und 0. Das wird soweit gesponnen bis sich Themen wie neuronales Online Marketing plötzlich enormer Beliebtheit erfreuen.

Die Denke : Modern aber eingeschränkt

Der Mensch funktioniert nach bestimmten evolutionär geprägten Mustern und agiert als soziales Wesen in einem menschlichen Umfeld. Das hört sich so irre an, dass viele der jungen Leser jetzt sicherlich mit dem Kopf schütteln werden. Wenn sich jeder aber mal selber hinterfragt, ist es genauso. Doch was Menschen machen wollen und was sie wirklich machen muss nicht unbedingt identisch sein.

E-Commerce ist ein Ausdruck für Faulheit oder ein Resultat von Zeitmangel in einem immer überfordernden System.

Man erledigt alles online, weil man damit nicht nur Zeit spart, sondern auch den Ärger, der durch zwischenmenschliche Probleme entstehen könnte und weil man Geld sparen will, weil Geiz so geil ist. Dieses immer ausgeprägtere System führt dazu, dass die Menschen auf Dauer ihre Kernkompetenz im Umgang miteinander verlieren. Eine Bewegung, die gerade bei der jungen Generation deutlich zu beobachten ist.

Ist der Aufbau einer zwischenmenschlichen Online Kompetenz eine Alternative ?

Evolutionär gesehen nicht und das ändert sich auch nicht, wenn die Piraten-Partei auf Bundesebene 30 % bekommt. Hinten raus können wir uns nicht dauerhaft gegen unsere Wurzeln stellen.

Aber kommen wir mal wieder schön zurück zum Hauptthema 😉

Online Marketing ist nicht alles. Wenn wir von Conversionoptimierung sprechen, sprechen wir von Menschen. Wenn wir uns Analytics Daten ansehen sehe wir im Grunde auf Menschen. Wenn dies also in allen Betrachtungen so ist, kann es in der Logik nicht falsch sein, sich mit den Menschen so zu beschäftigen, wie es im Grunde sein muss. Auf der Ebene des direkten Kontakts.

Bedeutet, dass ich in meiner Online Marketing Beratung immer mehr zum globalen Marketing Berater mutiere. Viele Verträge in denen SEO steht sind längst in mündlichen Absprachen geändert. Wo andere noch das Heiligtum von SEO predigen, sind die breit denkenden Menschen schon einen Schritt weiter.

Also ran an den Menschen.

Zielgruppe ist nicht nur ein Wort, sondern es ist eine Gruppe von ähnlich denkenden Menschen.

Aber jetzt kommen wir mal zu der Praxis :

Ein schönes Beispiel ist in meinen Augen der Online Brillenhändler „Mister Spex„. Ich habe mit dem Team Europe Produkt nichts zu tun und ich hoffe Stefan wird noch mit mir reden, nachdem ich das geschrieben habe :-).

Das Konzept von Mister Spex basierte darauf Brillen statt im Offline Laden online zu verkaufen. Sehr innovativ und am Nabel der Zeit könnte man denken. Doch die Realität sieht anders aus.

Diese Brille sitzt vor den Augen eines Menschen (da ist es wieder) und das Problem wird größer. Jeder Mensch ist anders. Oh Gott. Da werden sich viele schon denken : Wie soll ich das skalieren ? 😉

Das Problem wurde auch für die Onliner bei Mister Spex so groß, dass es nicht mehr übersehen werden konnte und sie begannen zu überlegen, wie man jetzt den Sprung vom Online Brillenhändler direkt zu den Menschen schaffen könne. Alleine für diese Erkenntnis würde ich schon einen Preis vergeben (aber der Preis ist im Grunde das Überleben).

Das Resultat war, dass Mister Spex begonnen hat ein Netz von lokalen Händlern aufzubauen in denen insbesondere die individuellen Sehstärken betrachtet und aufgenommen werden können. Die Idee ist genial. Doch führt sie dazu, dass das System des Online Händler im Grunde aufgelöst wird, denn, wo die Brille letztendlich herkommt ist doch egal. Es interessiert doch keinen Menschen. Wichtig ist ich kann hinterher besser sehen als vorher.

Und schwubs wird aus einer Online Idee eine Offline Geschichte. Selbiges kann ich mir auch für ein Offline Geschäft bei Zalando denken.

Wenn denn aber so vieles in Richtung Mensch geht, muss auch entsprechend beraten werden. Online bleibt weiterhin wichtig, aber der nächste große Schritt ist die Verbindung der Offline Marketing Felder mit den Online Marketing Feldern.

Alle, die da breite Antworten haben, werden in den kommenden Jahren die Gewinner sein, egal, ob es dann noch SEO heisst oder sonstwie.

Ich berate also immer mehr in Richtung Offline und das insbesondere in Sachen Markenprägung und persönlicher Reputation. Wer sich mal mit dem Thema der Brandlinks beschäftigt hat wird merken, dass es um mehr geht als einfach nur entsprechende Anchortexte zu nutzen, um seinen Brand als Key zu stärken. Es geht um Reputation und Markenwahrnehmung und die prägt man immer noch am besten und am langfristigsten offline.

Ein Dieter Bohlen (vielleicht das schlechteste personen-fixierte Beispiel 😉 )wird durch seine Offline Präsenz immer mehr haften bleiben, als ein 100 Mio Youtube-Star. Was nicht heisst, dass dieser nicht auch berühmt werden kann. Am Ende wird es aber wieder nur prägend über Offline gehen.

Ich glaube jeder von euch wird entsprechende Beispiele finden und ich selber bin weit davon entfernt alles selber schon zu beherrschen, aber die „Denke“ bringt mich zu immer neuen Ufern und das ist fantastisch.

Ich glaube ich muss ein Buch schreiben 😉

Die abschließende Frage ist sicherlich, wie man sich selber beschreibt, wenn man sich anderen Menschen vorstellt. SEO hat sich die Jahre immer einfach gesprochen und ging schnell (auch wenn die drei Buchstaben nicht immer Wohlgefallen ausgelöst haben). Mein persönliches Ziel ist aber mich nicht mehr so zu definieren. Ich weiß noch nicht wo ich lande, aber Marketing Berater mit Schwerpunkt Online Marketing wäre ein Ziel. Länger und erklärungsintensiver, aber ehrlicher.

Über den Autor

Marco Janck auf Google +
Marco Janck hat SUMAGO im Jahre 2004 gegründet und betreibt die SEO Agentur seitdem im „Speck-Gürtel“ von Berlin mit großem Erfolg.

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15 Kommentare

  1. Jan
    Jan 26. März 2012 at 10:18

    Hi Marco,

    Wahre Worte. Ich erlebe es auch immer mehr, das Leute kommen, weil sie eine SEO-Beratung suchen und ich muss erstmal anfangen bei der Produkt-Positionierung und allgemeinen Marketing-Strategie zu optimieren.
    Aber mir macht es auch Spaß und ich finde es reizvoller als immer der aller neusten gray-hat-seo-technik nach zu laufen.

    Gruß
    Jan

  2. ULRICH ROTH
    ULRICH ROTH 26. März 2012 at 10:28

    Du willst also mit deinem Blog sagen, dass Du dich von der reinen SEO/Online-Beratung zu einer holistischen Beratung/Sichtweise entwickelst.

    Schön für die Kunden die dich engagiert haben.

  3. Sascha Franke
    Sascha Franke 26. März 2012 at 10:42

    Sehr schöner Artikel und ganz nah dran am Geschehen. Gefühlt kenne ich dieses Problem auch, viele Kunden wollen online unbedingt mitspielen und wollen auch ihr Marketingsystem zum großteil auf SEO richten. Dabei geraten die Menschen sehr schnell in den Hintergrund und es geht nur noch um das verkaufen. Daher begrüße ich die hier dargestellte sichtweise. Vielleicht öffnet sie ja so manchem wieder die Augen für den (offline) Menschenkontakt.

  4. Saarlando
    Saarlando 26. März 2012 at 10:43

    Nichts gegen Zalando, aber ich frage mich seit jeher warum Leute ihre Schuhe im Internet bestellen? In der Regel ist es bei mir so, dass ich erst 3-4 Paar anprobieren muss, um die richtige Größe zu finden. Größenangaben sind IMHO nur noch Schall und Rauch. Oft drückt es doch hier und dort, die Treter sind zu groß/klein, etc. Auch will ich sie mir genau anschauen. Klar, ich kann die Dinger for free wieder zurück schicken, aber will ich 2-3 zur Post rennen um dann am Ende ggf. sogar doch keines zu kaufen?

  5. Andreas
    Andreas 26. März 2012 at 10:49

    Wahre Worte gelassen ausgesprochen 😉
    Ich glaube, du bist der Zeit schon ein wenig voraus, aber langfristig wird es da hingehen..

    Marketing Berater mit Schwerpunkt Online Marketing….

    Gefällt mir 😉

  6. Sabrina
    Sabrina 26. März 2012 at 11:01

    Interessante Sichtweise hast du da! Ich hab mich auch schon oft gefragt, ob man als Unternehmen immer auch an der Spitze der Online-Welt stehen muss, oder ob der reine Brand ausreicht. Online kann sicher nicht alles erfolgen. Media Markt folgt ja auch einer zwiespältigen Strategie: online ja, aber der Kunde soll trotzdem in den Laden. Ich glaube, letztlich werden die erfolgreich sein, die eine gewisse Sozialkompetenz haben und den Grad zwischen online und offline „perfekt“ beherrschen.

  7. Jens
    Jens 26. März 2012 at 11:51

    Ich kenne den klassischen Einzelhandel ziemlich gut. Im Vergleich zu dem was so eine Offline-Filiale umsetzt, ist ein Online-Shop häufig Kinderfasching dagegen.

    Gerade im Bereich fast moving consumer goods und stark heterogenen Artikeln wird Online auf längere Sicht nahezu bedeutungslos bleiben. Aber gerade hier findet ein großer Teil der Konsumausgaben statt.

    Die Bestrebungen großer Offline-Marken in Richtung Online sind nicht immer rein betriebswirtschaftlich getrieben, auch wenn das so mancher Onliner mit seinen Scheuklappen nicht wahrnimmt.

  8. Thomas
    Thomas 26. März 2012 at 12:38

    Wahre Worte. Auf der einen Seite logische Konsequenz und erschreckend wie wenig in der Richtung bislang läuft. Auf der anderen Seite fehlen vielen Leuten auch schlichtweg die fachlichen Fähigkeiten für diesen Schritt.

  9. markus
    markus 26. März 2012 at 15:22

    Hallo Marco,

    interessanter Artikel. SEO befindet sich in einer Art Evolution. Leute die vor ein paar Jahren noch SEOs waren, bezeichnen sich inzwischen als Social Media Consultants. Immer auf der Suche nach dem neuesten „Erfolg“. Wenn man das ganze vernünftig aufarbeitet, kann man jedem Kunden das ideale Online-Marketing-Paket anbieten und auch vernünftig vermitteln.

    Auch wenn du nicht mehr 100% SEO bist, ich hoffe doch trotzdem, dass Du uns der SEO CampixX erhalten bleibst?! :-)

  10. Danny
    Danny 26. März 2012 at 22:37

    Könnte sich auch zu einer „Campixx mit Schwerpunkt Online Marketing“ wandeln 😀

  11. Seb
    Seb 27. März 2012 at 8:01

    Wohl wahr. Über offline Kanäle passiert schon mehr als manche denken. Vernachlässigt werden sollte beides nicht.

  12. Christian
    Christian 27. März 2012 at 11:08

    Ich bin mir sicher, dass dieses Thema genau den Zeitgeist entspricht. Ich denke schon länger über die Frage der Leistung nach. Online und offline verschmelzen nicht nur, nein sie sind schon immer EINS. Es gibt viele Möglichkeiten diese beiden Welten zu verknüpfen und wirklichen Mehrwert zu schaffen. Der Nutzen des Kunden muss jedoch immer im Fokus stehen. Nur wer sich an dem Problem seiner Zielgruppe orientiert, wird langfristig Erfolg haben. Eine Koordination der kreativen Persönlichkeiten, mit ihren verschiedenen Schwerpunkten, hat höchste Priorität, denn das Ergebnis dieser Teile ist mehr als ihre Summe.
    Es muss Leute geben, die das Gesamtbild sehen und verstehen, damit in diesem Rahmen die einzelnen Komponenten einen Nutzen schaffen. Man kann sich den besten Maurer, den besten Dachdecker, den besten Maler und die teuersten Materialien besorgen, solange es keinen Architekten gibt erschaffen diese nichts.
    Ich hoffe du wirst Architekt und bist dann einer derjenigen, die eine Vision haben und die nötigen Kräfte auf den Punkt mobilisiert.

    Viel Erfolg,
    Christian

  13. Sebastian F.
    Sebastian F. 27. März 2012 at 19:19

    Nun ja, hier wird ja ne Menge miteinander vermischt.
    Ich persönlich denke, dass der virale Punch bei wirklich innovativen Geschäften aus einer Verknüpfung von Off- und Online Marketing kommen muss. Die Snyergien überwiegen hier ganz klar und der Performanceorientierte Ansatz ist hier kaum messbar. Eine klassische AIDA Denke ist hier auch falsch gedacht, da der Kunde auf eine Reise durch die reale, direkte Welt und die virtuelle Welt mitgenommen werden muss. SEO als unternehmensbegleitende Kommunikation im Reputationsmanagement muss im Fokus stehen und entlang aller Produktionsfaktoren gedacht und umgesetzt werden. (Nicht nur auf der Website). Der Point of Interest kann aber natürlich auch von einer Display- oder Plakatvermarktung herrühren und SEO ist vllt. nur der letzte Punkt dieser aberwitzigen und genialen Customer Journey. Aus diesem Grund geht es doch vorrangig um die simplen 4 Ps und die Brand Awareness. Hier kann SEO helfen, wenn es richtig eingesetzt und gedacht wird. Die klassischen Medien gilt es aktuell nicht zu verschmähen, sondern ein gemeinsames großes Ziel vor Augen zu haben.

    Das Beipiel mit Misterspex hinkt.. Genau so könnte ich nun MediaMarkt; Thalia oder Quelle aufzählen. Sinnvoll ist es eine Nische zu entdecken, zu erobern und auszuweiten. Wenn Misterspex an die Onlinegrenzen kommt, kann es nur sinnvoll sein auch im Offlinegeschäft Fuss zu fassen und die Internationalisierung voranzutreiben. Aber es besteht natürlich auch die Gefahr der Profillosigkeit und der sog. Store Erosion –> da diese Offline Konzepte weniger innovativ und wachstumsgetrieben sind.

    Viele Grüße,

    Sebastian

  14. Hendrik
    Hendrik 27. März 2012 at 21:56

    Die Aussagen aus dem Artikel treffen in jedem Fall für die meisten Agenturen und SEOs zu, die kleine, mittlere und große Unternehmen beraten. Hier wird das Offline Marketing in der Regel von anderen Dienstleistern oder einer eigenen Abteilung abgefrühstückt.

    Aus meiner Sicht sind SEOs für Kleinstunternehmen wie Ärzte oder Anwälte aber schon lange ganzheitliche Marketingberater, weil sich die Kleinstunternehmen nicht mehrere Berater leisten können und im Zweifel die Disziplinen auch nicht streng trennen können.

  15. seo-beratung.com
    seo-beratung.com 5. April 2012 at 13:12

    schöner Beitrag Marco! Was mich allerdings etwas irritiert, ist die Tatsache, dass aktuell soviel über die „Evolution“ im Bereich SEO gesprochen wird! Die gab es meiner Meinung nach schon immer, vielleicht weniger rapide als derzeit, aber sie war schon immer da! Und SEO war auch schon immer nur ein (kleiner) Teil von Onlinemarketing.

    Dein Beispiel von „Mr. Spex“ ist gut, aber auch hier ist der Zug in den stationären Handel vor Ort nur eine logische BWL-technische Konsequenz. Entweder man hat die Basatzkanäle voll, oder man muss sich neue Wege suchen…. und wenn stationärer Handel mehr Umsatz und bessere Zielgruppenerreichung bedeutet, dann nuss man als Firma eben diesen Weg gehen!

    letztendlich ist Onlinemarketing abgesehen von der komplexen Technologie dahinter immernoch in großen Teilen wie klassisches Marketing. Das vergessen leider viele immer wieder!

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