Gründe, warum Content Marketing schwer zu verkaufen ist

4. Dezember 14 | ALLGEMEINES | 22 Kommentare| In 14–17 Minuten hast du es durch

Content Marketing ist DAS Hype Thema im Bereich SEO. Der Grund liegt mit Sicherheit in der Entwicklung der SEO-Landschaft im Allgemeinen.
Früher sagt man, dass SEO zu 50 % aus Onpage Optimierung besteht und zu 50 % aus Linkaufbau. Da nun seit geraumer Zeit der Bereich des Linkaufbaus nicht mehr in der glatten Form funktioniert, wie es früher der Fall war, suchen sich SEOs neue Felder.

Das hört sich erst einmal ein wenig verzweifelt an, aber am Linkaufbau hängen ziemlich viele echte Arbeitsplätze. Das wird oft vergessen. Da also keiner seinen Job gerne verlieren möchte und im Bereich Linkaufbau auch viele Menschen tätig waren, die eher aus dem redaktionellen Bereich kamen, ist diese Entwicklung sicherlich auch nachzuvollziehen.

Doch ist Content Marketing nun das Feld, welches die weggebrochenen 50 % ersetzt?

Ich denke ganz so einfach ist die Sache nicht und wer wie ich die Entwicklung im Bereich des Content Marketing intensiv verfolgt, der wird merken, dass immer mehr ausschließlich über Theorie geredet wird.
Heute nun habe ich einen Post auf SEOkratie gelesen, der mir den Anstoß gab, eine eigene Meinungen abzugeben und dabei vielleicht auch mal die Kundenperspektive einzubeziehen.

Content Marketing ist nicht nur Text

Was ist Content Marketing in der allgemeinen Marktwahrnehmung?

Perspektive Insider:

In meiner Welt sehe ich viele Menschen, die im Bereich des Textens ihre Zelte aufgeschlagen haben. Texte gehören zum Content zwingend dazu, wenn wir von Onlinemarketing reden. Die Entwicklung ist also gut und der Markt benötigt Texte. Viele Texte. In den letzten Jahren hat sich ein großer Teil dieser Texter mit den Alleinstellungsmerkmalen „WDF*IDF“ und „SEO Texte“ geschmückt und versucht, damit im „Kampf um die Kunden“ zu gewinnen. Was viele nicht wissen: Der Markt der Texterstellung ist ziemlich umkämpft. Für viele Agenturen ist das Texten genau der Bereich in dem sie massiv wachsen. Oder hat wirklich jemand geglaubt, dass sich SEO Agenturen innerhalb von 2 Jahren von 5 auf 100 Mitarbeiter entwickeln und dabei nur SEO Fachkräfte eingestellt haben. Nein! Es sind Redaktionen entstanden. Nicht falsch verstehen. Das ist nicht schlecht.
Das Problem ist nur, dass das mit der Menge fast nie die Qualität steigt. Gerade nicht im SEO Bereich. Dafür haben SEO´s einfach zu viel und zu lange über Skalierung nach gedacht.
Ok, wir waren bei Texten. Nur beim Texten.

Perspektive Kunde:

Der Kunde hat Bedarf an Inhalten für seine Seite. Jeder SEO wird ihm raten mehr suchwort-fokussierte Seiten in sein Angebot zu stellen und mehr Sichtbarkeit zu bekommen. Das ist logisch und für den Kunden bei der Erstbetrachtung verständlich. Der Kunde wird also gerne SEO in Kombination mit der Dienstleistung Texten buchen und dafür vielleicht auch mehr Geld ausgeben. Die Motivationskurve ist relativ hoch, da diese Entwicklungen gut in den Sichtbarkeitsverläufen der SEO Tools dargestellt werden können. Alles gut!

Aber ist Texten mit der SEO Brille Content Marketing?

Perspektive Insider:

Komischerweise sprechen genau diese Texter jetzt sehr massiv von Content Marketing. Mir persönlich kommt das komisch vor. Vielleicht auch, weil ich schon zu lange in dem Bereich aktiv bin. Content Marketing hat aus meiner Sicht etwas mit Identifikation zu tun. Ich muss mich also in die Lage versetzten können, dass ich das Content Marketing so mache, als wäre es für mein Projekt. Das ist schwerer als man denkt. Dieses Einlassen auf das Kundenprojekt kostet Zeit. Zeit, die bezahlt werden muss. Die aber noch nicht zu operativen Maßnahmen führt.

Haben die im SEO-Umfeld entstandenen Text-Redaktionen hier überhaupt Kapazitäten?

Das bezweifele ich sehr stark. Erstens, weil der Preisdruck im Bereich des Textens sehr groß ist und weil die Auftraggeber oft denken, dass sie die gedankliche und strategische Vorarbeit leisten wollen und müssen.
Ich würde also jetzt mal sagen, dass ich diese Kompetenz eher den Werbeagenturen und Kreativ-Agenturen zutrauen würde, als einer Textagentur mit SEO Vergangenheit. Aus meiner Sicht steht Content Marketing auf drei Säulen im Bereich der Inhaltserstellung.

  • Text (was gute Texte sind wird wohl nie beantwortet werden)
  • Bilder
  • Video

Als diesen Zutaten kann so etwas wie ein guter Inhalt entstehen. Ich lasse die Inhalte, die nur auf „die 10 besten Tipps“ und „was denken sie passiert hier gleich“ einmal weg, obwohl die Kombination reizvoll sein kann.
Ok, haben die jetzigen Agenturen die Ressourcen, um in der Kombination der Bereiche „gute“ Inhalte zu erzeugen? Nach meiner Meinung NEIN! Manche Agenturen sind auf dem Weg, aber mehr nicht.
Wer sich einmal die Content-Erstellung in Zeitungsredaktionen angesehen hat, der weiß, dass die Menschen mit der SEO-Brille noch einen weiten Weg vor sich haben.
Hier gibt es kleine Teams, die Texten, Bildgestaltung und Videoerstellung (inkl. Sound) in Windeseile umsetzen.

Perspektive Kunden

Der Kunde sieht das ganz anders. Der schielt auf den Preis und am Markt tummeln sich genug Dumper und Versprecher, die platt das bieten, was der preisorientierte Kunde möchte. Aber der Kunde möchte auch Erfolg. Er hat schon verstanden, dass preiswert vielleicht nicht reicht und viele haben sich die Finger schon verbrannt.
Wenn er also Preis mit einem anderen Wert kombiniert, dann vielleicht mit der Erfolgsmessung. Hier ist in den letzten Jahren ja versprochen worden, dass alles sichtbar gemacht werden kann. Kann es auch. Aber das ist nicht mehr so einfach, wenn wir auf Content Marketing schauen. Hier gibt es Wirkungen auf organischen Rankings, Wirkungen im SEA, Wirkung auf vertikalen Suchen, Branding, Markenbildung. Es ist nicht mehr als einfacher Wert darstellbar und der Standard Kunde und Mittelständler ist darauf nicht vorbereitet. Es wird also schwer hier zu Kunden zu kommen.

Kosten für Content Marketing

Preise für Content Marketing

Perspektive Insider

Martin Mißfeldt hat es in seinen Post über den Aufwand und die Kosten einer Poster Erstellung auf den Punkt gebracht und man kann da fortführen. Wenn wir über den besten Content sprechen im Bereich des Content Marketing, dann über individuelle Inhalte in allen Bereichen. Texte, die sich wirklich tief mit Problemen beschäftigen und nachvollziehbare Lösungen aufzeigen, Bilder und Videos, die das alles in einzigartig in Szene setzten.

Doch das kostet Geld. Richtig Geld.

Fangen wir mal mit dem Text an

Aus meiner Sicht (auch als SEO) sollte ein gut recherchierter und ausgearbeiteter Text ca. 1000 Wörter haben. Ich habe mit langen Texten, bei denen sich wirklich Arbeit gemacht wurde deutlich bessere Ergebnisse erzielt. Meine Sicht. Wenn ich mal auf Wortbasis einen Wert einschiebe, dann nicht die 5 Cent von Text Plattformen, sondern eher einen Wert von 15 bis 20 Cent als unteren Wert. Hier bin ich also bei 15 Cent und 1000 Wörtern bei 150 Euro im Minimum.

Als nächstes kommt das Bildmaterial

Wenn ich hier individuell und einer CI entsprechend darstellen möchte, dann muss ich wenigstens auf einen Grafiker zurückgreifen können, der mir etwas besonderes macht. Idealerweise erstelle ich mir mit eigenen Shootings mein eigenes individuelles Set an Bildern. Aber gehen wir mal von der einfachen Grafikindividualisierung aus mit 5 Bildern auf 1000 Wörter. Ein guter Wert, wie ich finde. Nach eigener Erfahrung benötigt ein guter Gestalter dafür mindestens 2 Stunden. Bei einem Stundensatz von mindestens 60 Euro also mindestens 120 Euro.

Als letztes kommt der Bereich Video

Hier liegen die größten Content Chancen aus meiner Sicht. Doch wie erstelle ich ein tolles Video, das auch die Signale aus anderen Suchfeldern wie YouTube auslöst?
Wenn ich es ganz einfach machen möchte, dann nehme ich mir eine Kamera und quatsche drauf los. Völlig authentisch. Doch selbst das kostet Zeit und es entstehen Kosten für das Equipment. Wenn ich das Video Selfie mal als unterste Ebene nehme, dann sind wir mit Schnitt bei ca. 5 Stunden. Nehmen wir einen Stundensatz von 50 € dann sind wir bei 250 €. Ok, ich nehme in diesem Beispiel mal an, man erstellt das Video mit einem iPhone was man ohnehin hat. Dann entfallen hier direkte Hardwarekosten

Addition

  • Text mindestens 150 €
  • Bilder mindestens 120 €
  • Video mindestens 250 €
  • Gesamtoptimierung des Inhaltes (1 Stunde zu 100 €)

Gesamt Minimum 620 €

Für ein Stück Content.

Perspektive Kunde

Erkennt ihr schon, wo der Post hingeht? 620 € für eine Inhaltsseite oder einen Blogpost, den der Kunde zahlen soll, um was zu erreichen oder in welchem Bereich Erfolge zu haben? Ist das noch SEO?
Ich glaube zurzeit gibt es wenige, die für sich eine solche Weitsicht zulassen, diese Investition unter der Marketing Disziplin Suchmaschinenoptimierung zu akzeptieren.
Und wir sprechen hier von den wirklich unteren Werten. Nach oben ist der Bereich schnell sehr viel größer.
Wenn sich also vornehmlich Texter zum Thema Content Marketing äußern, dann sehen sie oft nicht das eigentlich benötigte Gesamtpaket.
Ach ja, ich hoffe ihr habt gemerkt, dass der Bereich des Content Seedings hier noch gar nicht einbezogen wurde.

Probleme mit Content Marketing

Wo ist also die Lösung, wenn Contentmarketing zumindest für den KMU Bereich oft zu teuer ist?

Ich sehe keine Lösung. Ich für meinen Teil biete Pakete an und versuche, über besondere Reize eine Kaufentscheidung positiv zu beeinflussen. Mein Weg ist da sehr individuell.
Aber wenn ich mir den Kunden im Meer des Angebots aktuell ansehe, dann glaube ich nur an Glück und 90 % verbrannter Erde.

Auf der anderen Seite glaube ich auch, dass es keine Alternative zu der Erstellung gibt. Alles wird genau darauf hinauslaufen. Kann also auch sein, dass Geld in Zukunft auch im Netz vieles regelt. Die Zeiten, in denen alles irgendwie mit kleinem Einsatz gespielt werden konnte im Onlinemarketing sind vorbei. Im Grunde also, wie in der Offlinewelt 😉

Anmerkung:

Dies sind nur ein paar Gedanken und Perspektiven. Ich weiß, dass es sehr viele andere Sichtweisen gibt. Und ja, ich weiß auch, dass dieser Post in sich nicht alle Optimierungsbereiche abdeckt. Selbst ich scheue mich da vor dem Aufwand bzw. setzte diesen nur in Feldern ein, wo es mir sinnvoll erscheint. Völliger Schwachsinn, aber ich bin ja auch Teil der beschriebenen Menge. Geld spielt da nicht mal die Rolle. Eher der Faktor Zeit.
Jetzt Ihr. Was meint Ihr?

Über den Autor

Marco Janck auf Google +
Marco Janck hat SUMAGO im Jahre 2004 gegründet und betreibt die SEO Agentur seitdem im „Speck-Gürtel“ von Berlin mit großem Erfolg.

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22 Kommentare

  1. Sebastian
    Sebastian 4. Dezember 2014 at 11:24

    Hey Marco,

    Du hast einen tollen Beitrag geschrieben. In vielen Punkten stimme ich mit Dir überein. Ich denke aber, dass noch zwei wesentliche Kostenpunkte fehlen und gerade den Erfolg der Content Marketing-Kampagne beeinflussen.

    Zum einen die Recherche:
    Einerseits will der Kunde mitspielen und Vorgaben machen. Aber eine gute und gründliche Recherche der Agentur ist trotz allem nötig und kostet (bzw. sollte ) mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die reine Texterstellung.
    Hier kann die Agentur z.B. Punkten, wenn man gute laufende Kampagnen kennt und daraus Erfahrungen sammeln kann. Zum anderen muss man natürlich schauen, welche Inhalte sonst schon im Netz sind und wie man sich dagegen abheben kann bzw. welche Bedürfnisse/Fragen die bevorzugten Leser sonst zu diesem Thema haben.

    Zum anderen das Seeding:
    Du kannst noch so tolle Inhalte haben. Wenn keiner die Inhalte kennt, dann hilft es Dir auch nicht weiter. D.h. das Seeding muss vernünftig geplant und durchgeführt werden.
    – Hierzu müssen die richtigen Personen (am besten Multiplikatoren) gefunden und begeistert werden.
    – Gibt es in Foren/Frageportalen passende Fragen, die man evtl. mit seinem Content beantwortetet?
    – Wo erreicht man die Lesergruppe, die die Inhalte interessieren könnte etc.

  2. Marcel
    Marcel 4. Dezember 2014 at 11:50

    Sehr gut beschrieben, was ich halt genau so sehe. Es muss zwar nicht immer ein Video dabei sein finde ich, oder eine selbst erstellte Grafik – jedoch sollte auf jeden Fall ein ordentlicher Text her mit ein paar guten Bildern… und das kostet nun mal…

  3. Mißfeldt
    Mißfeldt 4. Dezember 2014 at 11:50

    Jepp, toller Artikel. Das würde ich genau so unterschreiben. Ich schreibe ja auch viel, und erstelle auch Videos – daher halte ich den errechneten Aufwand von 6 – 8 Stunden für einen Top-Artikel für absolut realistisch. Und ohne Top-Artikel kommt man nicht mehr in die Top-10. Mit auch nicht (am Anfang), aber je mehr Top-Artikel, um so mehr greift das, was Google will: selbsterzeugende Empfehlungen (Links, Sharing etc.). Seeding (v.a. Social-Media) spielen dabei sicherlich auch eine Rolle, aber wer dauerhaft gutes Zeug postet, findet von alleine seine Follower.
    Meine erfolgreichsten Projekte bewegen sich auch in einer Größenordnung von 30 – 40 Top-Artikel, angefüttert mit ca. 100 – 200 „Zubringer-Artikeln“ (eher oberflächliche Glossare oder so). Damit kann man locker 2000 – 3000 Keywords abgrasen.
    Im Grunde müsste man für jedes Projekt einen inhaltlich verantwortlichen Autoren haben, der sich Kompetenz und Ansehen erwirbt. Und das funktioniert nur über einen Zeitraum von vielen Monaten bzw. Jahren. Das ist dann aber wiederum nicht mehr skalierbar …
    Ach ich schreib nachher auch einen Artikel dazu :-)
    Gruß, Martin

  4. Frank
    Frank 4. Dezember 2014 at 13:18

    Da hast du viele wesentliche Teile angesprochen, die ich für meinen seit Monaten in der Pipeline liegenden KMU-Artikel geplant hatte. Nun gut, muss ich dich halt verlinken :)

  5. Cos (Josh)
    Cos (Josh) 4. Dezember 2014 at 13:34

    Hi Marco,

    längst ist Content Marketing, ähnlich wie SEO, aufgebrochen worden und kann in der Art nicht mehr für sich alleine stehen. Es kristallisieren sich aus diesen Blöcken viele kleine oder größere Bausteine heraus, die an Bedeutung gewinnen. Im Content Marketing sind es vor allem Video-Seeding und Native Advertising. Für SEOs sind das die Wellen, auf denen Sie reiten müssen, um darüber ihre gewünschten Effekte zu erzielen.

    Native Advertising bietet im Brand Marketing, Affiliate Marketing und im SEO erhebliche Potenziale, die aktuell noch nicht in den Köpfen angekommen sind.

    Dynamische Inhalte performancebasiert, zielgruppengerecht und themenrelevant in hochskalierter Form auszuspielen und auswerten sind die neuen Chancen im Native Advertising. Darin werden sich viele andere Maßnahmen künftig bündeln. Du brauchst also künftig nicht mehr je Seite ein individuelles Advertorial erzeugen, sondern kannst es einmal tausendfach verbreiten und dennoch in hunderten von Medien individualisiert bekommen. Jederzeit optimierbar, ohne den Publisher darauf anzusprechen.

    Das Thema wirkt anfänglich noch sehr Komplex, aber große Werbeagenturen und Big Brands haben es erkannt und fahren voll drauf ab.

    Grüße
    Cos

  6. Wolfgang Brand
    Wolfgang Brand 4. Dezember 2014 at 13:36

    Nun ja,

    Der Ronny Marx hat es ja beim xovilichter Wettbewerb bewiesen wie erfolgreich Cross-Medialer Content sein kann.

    Wolfgang Brand

  7. Sebastian Socha
    Sebastian Socha 4. Dezember 2014 at 13:50

    Moin Marco,

    ich bin fest davon überzeugt, dass beim „Content-Marketing“ das „Marketing“ zwar von Extern geliefert werden kann, der „Content“ allerdings von „innen“ kommen muss. Sicher kann man u.U. auch mit Hilfe einer externen Agentur einen fröhlichen „Content-Knaller“ oder gar ein konsistentes „Storytelling“ etablieren, das erfolgreich im Web die Ziele des Unternehmens unterstützt. Das ist allerdings ein Thema für die großen Brands, wie das ja auch Coskun Tuna oben anspricht, denn die Kosten sind teilweise unüberschaubar bzw. können sich locker mit den Preisen im Bereich „Klassik“ messen.

    Bei kleineren KMU muss diese Entwicklung „von oben und von innen“ ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur im digitialen Bereich werden. Die Voraussetzungen sind gerade bei derartigen Unternehmen nämlich ideal: Leidenschaft, Individualität, Agilität, etc. sind alles prima Voraussetzungen für erfolgreiches Content-Marketing. Zudem muss ein KMU auch nicht die „Breite Masse“ im Web mitnehmen, sondern kann / sollte sich auf die Kernkompetenzen konzentieren und dies auch im Content-Marketin tun.

    Meines Erachtens steht daher im Bereich „Content-Marketing“ fr eine externe Agentur v.a. die „Beratung“ und begleitetende Unterstützung beim „Marketing“ (Seeding, etc.) im Vordergrund, da man diese erfolgreich anbieten kann ohne das die Preisspirale die Kunden in den Wahnsinn treibt. Der „Content“ hingegen ist im Grunde „Chefsache“.

    Gruß,
    Sebastian

  8. Florian
    Florian 4. Dezember 2014 at 14:54

    Das Problem ist, dass die Kunden oder Interessenten den ROI am liebsten vor der Beauftragung wissen möchten. Bei Content Marketing ist das wesentlich schwieriger zu kalkulieren als SEA und nochmals deutlich schwieriger als bei SEO, wo man zumindest auf bestimmten Positionen den möglichen Traffic abschätzen kann. Dass man einem Mittelständler jetzt nicht unbedingt Artikel für 600 Euro, 1000 und mehr verkaufen kann, ist auch jedem SEO klar und bei den größeren Unternehmen geht es eben nur um den ROI und nicht um irgendwelche möglichen Wunschvorstellungen.

    Daher würde ich das für meinen Kunden anders verpacken. Ich verkaufe ihm nicht nur einen 1000-Wörter Text. Ich verkaufe ihm auch kein Backlink oder irgendwelche Rankings bei Google, sondern ich verkaufe ihm die nachhaltigste Marketing-Form überhaupt, sein Unternehmen, die Marke oder seine Dienstleistung dauerhaft im Netz zu positionieren durch guten und wertvollen Content. Dass das nicht von heute auf morgen geht und große Sprünge nicht zu erwarten sind, macht es natürlich nicht einfacher um beim Kunden zu punkten. Wenn man ihn jedoch vor die Wahl stellt, ob er lieber eine Wohnung mieten oder doch lieber kaufen möchte, sollten zumindest die Kunden mit etwas mehr Hirn richtig entscheiden.
    Übrigens sehe ich den Seeding-Part, den auch Sebastian angesprochen hat als die viel größere Hürde. Denn an diesem Punkt entscheidet sich, wie erfolgreich eine Content Marketing Kampagne wird. Ein NoName-Blog mit dem tollsten Inhalt, hat bestimmt weniger Erfolg wie eine bekannte Seite mit viel Reichweite, aber weniger wertvollen Inhalten. Daher wundere ich mich immer wieder, warum es in Deutschland weniger gute „Seeding-Tools“ bzw. Möglichkeiten gibt und immer noch Leute meinen, dass man mit SEO Tools (wie wir sie seit Jahren kennen), „reich“ werden kann.

  9. Mario
    Mario 4. Dezember 2014 at 15:47

    Guter Artikel Marco, trifft es in allen Punkten genau!

  10. Dominik
    Dominik 4. Dezember 2014 at 16:00

    Ich lehne die Bezeichnung und den Hype des Content Marketings ab. Das ist nichts anderes, als eine Content-Strategie, die seit langem bereits fester Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung ist. Jetzt wo viele alt-eingesessene SEOs keine Lust mehr haben, sich an die sich ändernden Bedingungen des Linkbuildings anzupassen, wird ein neues Allheilmittel kreirt.
    Schade drum!

    LG

  11. Silja
    Silja 4. Dezember 2014 at 16:31

    Hallo Marco,

    erstmal danke für die Erwähnung. :)
    Ich finde deine Gedanken und Perspektiven interessant und berechtigt. Ich gebe dir Recht, dass im Bereich Content Marketing oft nur über Theorie gesprochen wird. Daher wollten wir einen allgemeinen Beitrag liefern, der ziemlich genau unsere Ansatzweise und Erfahrung widerspiegelt.
    Du schreibst, dass mit Menge (an Texten) „fast nie die Qualität steigt“. Und das stimmt. Doch leider denken noch immer viele Online-Shop-Betreiber „viel hilft viel“ und das natürlich für möglichst wenig Geld. Das kann schon manchmal frustrierend sein. Aber gerade deshalb ist es meines Erachtens umso wichtiger, sich des Content Marketings anzunehmen und es einfach immer besser zu machen. Denn wer erkennt, dass eben nicht viel, sondern gut und einzigartig zählt, der ist vielleicht auch bereit, das entsprechend zu bezahlen. Gerne wird auch vergessen, dass nicht das Texten oder der Text allein Content Marketing ausmacht. Da gehört noch so viel mehr dazu, wie das Wort Marketing bereits impliziert.
    @ Martin: Für einen Top-Artikel samt Recherche rechnen wir übrigens mit viel mehr als 6-8 Sunden (je nach Themenfeld).

  12. Andreas Quinkert
    Andreas Quinkert 4. Dezember 2014 at 16:59

    Danke für diesen sehr ehrlichen Artikel! Angesichts der überaus ärgerlichen Entwicklung im „Text-Bereich“ habe ich als PR-Freelancer erst vor wenigen Tagen einen Blogpost titels „Warum ich kein ‚Texter‘ bin“ geschrieben. Ich denke, dass dieser eine ganz gute Ergänzung zu deinem Artikel hier ist … http://quinkertpr.blogspot.de/2014/11/warum-ich-kein-texter-bin.html

  13. Saša Ebach
    Saša Ebach 4. Dezember 2014 at 19:46

    Willkommen in meiner Welt :-)

    Da organischer Linkaufbau ja reines Content-Marketing ist (ein Teil davon), kämpfe ich mit dieser Problematik ja schon seit vielen, vielen Jahren.

    Es gehört viel Überzeugungsarbeit dazu.

    Wer auf meinen Namen klickt, kommt auf meine Abhandlung zum Thema.

    Content-Marketing, organischer Linkaufbau, PR oder Kundenmagazine sind einfach nicht für jedes Unternehmen geeignet. Fernsehwerbung ja auch nicht.

    Viele Grüße
    Sasa

  14. Sammy Zimmermanns
    Sammy Zimmermanns 4. Dezember 2014 at 22:51

    Hallo Marco,

    sehr cooler Artikel, der viele wahres beinhaltet.

    Viele Grüße

    Sammy

  15. Sebastian Haak
    Sebastian Haak 5. Dezember 2014 at 9:40

    Danke für diesen sachlichen Artikel. Grundsätzlich ist das auseinandersetzen mit dem eigenen Content oder einer ordentlichen Content-Strategie nicht verkehrt. Das sollte bei KMU’s auch immer der machen, der am nächsten am Produkt ist (Kunde), dann kommt fachlich was fundiertes raus und die Kosten sind im Rahmen. Dabei kann man wunderbar von außen unterstützen.

    Was mich aber am meisten stört ist, dass es für viele Produkte und Shops eigentlich keine coolen Themen gibt, mit denen man richtiges Content-Marketing betreiben kann. Klar geht das alles bei hippen Start-Ups usw., doch was macht der Shop für Erwachsenenwindeln oder Büroartikel? Hier wird aus einer übergestülpten Content-Marketing Kampagne schnell etwas unpassendes, was vom Kunden nicht angenommen wird. Wenn man sich im Seokratie-Post statt mymüsli einen Inkontinenzshop vorstellt ist es nicht hip sondern eher peinlich.

    Am Ende hilft es alles nichts, jeder Kunde braucht individuelle Maßnahmen. Wo es passt ist es eine klare und gute Sache. Wenn nicht, sollte man auch nicht unnötig drauf rumreiten. Und Allheilmittel ist Content-Marketing auch nicht, nur eben ein Baustein von vielen. Daher nervt dieser Hype schon etwas.

  16. Steve Naumann
    Steve Naumann 5. Dezember 2014 at 12:12

    Klasse Artikel, Marco. Wobei ich deine Erfahrungen mit Texten von mindestens 1.000 Wörtern in Verbindung mit besseren Ergebnissen im Ranking nicht hundertprozentig teilen kann.
    Klar, mit mehr Inhalt lässt sich thematisch eine Seite besser in die gewünschte Richtung lenken. Ich gebe auch zu, dass es bei mir selten weniger ist. Dies dann aber vielmehr, um die jeweilige Zielgruppe aus Marketingsicht zu erreichen und zufrieden zu stellen. Die Folge sind dann auch gute Positionen in der Suchmaschine. Okay, Finetuning mit vorheriger Recherche macht die Würze. Letztlich kommst’s, wie Martin schon andeutet, auf die Mischung an.

    Ein weiterer und fundamentaler Faktor für den Erfolg einer Kampagne, ist die eigene Identifikation mit dem jeweiligen Unternehmen oder Angebot. Copywriting ist zwar schön und vielleicht noch eine der günstigsten Methoden, um bereits mehrere bestehende Inhalte zusammenzuführen und daraus seeding-tauglichen Content entstehen zu lassen. Ohne eigener Note (Branding) wird es schwer werden, sich bzw. Auftraggeber nachhaltig über die Inhalte zu verkaufen. Ich finde, wenn man sich hier nicht spezialisiert, wird man langfristig nicht wettbewerbsfähig bleiben, weil’s sonst einerseits viel zu aufwendig wird, komplette Neurecherchen nach „zielgruppenrelevanten“ Inhalten und Multiplikatoren durchzuführen. Andererseits muss man selbst als Anbieter an sein eigenes Branding denken. Bezahlen müssen es die Kunden, die man davon erst einmal überzeugen muss.

    Beste Grüße
    Steve

  17. Frank Johnson
    Frank Johnson 5. Dezember 2014 at 15:21

    Hallo zusammen, ich muss jetzt auch mal meinen Senf zu diesem Thema loswerden :-)
    Inzwischen ist es ja schon so, dass Kunden ausdrücklich nach Content Marketing fragen. Das Problem ist: Die wenigsten wissen, was wirklich dahinter steckt. Und wenn man sich dann mal eine halbe Stunde etwas intensiver über das Thema (und natürlich den (internen) Aufwand / die Kosten) unterhält, werden die Gesichter lang. Dennoch muss ich sagen, dass man mit guten Texten (auch wenn sie kürzer sind als 1.000 Worte ;-)) auf kleineren bis mittleren Webseiten tolle Ergebnisse erzielen kann. Bilder werden häufig selbst gemacht. Sind dann zwar keine Profi-Qualität, aber dafür günstig, authentisch und funktionieren im Zusammenspiel mit dem Artikel recht ordentlich. Video ist eher schwierig, da hier in Betrieben selten Erfahrung vorhanden ist. Und für eine externe Produktion wird wegen den im Verhältnis hohen Kosten kaum Geld in die Hand genommen.
    Ich finde durchaus, dass nicht alle Texte WDF*IDF-optimiert sein müssen. Mit Herzblut geschriebene Artikel von Mitarbeitern und ein paar selbst produzierte Pics finde ich im Regelfall um Klassen besser, als durchoptimierte und gestylte Profitexte. Und die funktionieren aufgrund ihrer Authentizität auch in Punkto Nutzerverhalten und Verweildauer!

  18. Carsten
    Carsten 15. Dezember 2014 at 17:49

    Hallo Marco,
    Danke für diesen Artikel und das Teilen deiner Ansichten, bei denen ich persönlich im Großen und Ganzen voll mitgehe. Unsere Philosophie geht schon seit geraumer Zeit davon aus, dass wir mittel-bis langfristig im Netz nur dann Erfolg haben, wenn unsere Inhalte es WERT sind, bei Google und Co. ganz oben zu stehen. Und derartige Inhalte lassen sich meistens eben nicht kostengünstig nebenher erstellen, sei es nun Text, Bild, Ton, Video oder, als Kür, die Kombination daraus (übrigens: zu deiner Befürchtung, dass niemals beantwortet werden wird, was gute Texte sind: Wie gefällt dir meine „Theorie“ dazu? –> http://www.inhalt-ug.de/was-ist-guter-inhalt/ 😉 ) Wie Volker Pispers es schon Anfang der 2000er Jahre in seinem Programm „Damit müssen Sie rechnen“ formulierte: „Und watt nix kost‘, datt is nix!“. Ich habe allerdings zumindest die vage Hoffnung (und anhand eigener Erfahrungen manchmal sogar das GEFÜHL), dass diese Erkenntnis auch langsam bei denjenigen ankommt, die Leute wie uns beauftragen – auch wenn „langsam“ bisweilen noch „sehr langsam“ bedeutet. Es ist nicht immer leicht, Kunden zu erklären, warum die Erstellung der Inhalte eben so kostenintensiv ist und warum man, wenn man auch nur halbwegs seriös an die Erstellung NACHHALTIG (kein Post ohne dieses Wort 😉 )wirksamen Contents geht, nicht auf Centfuchs – Textbörsen zurückgreifen sollte. Aber meine Meinung ist, dass, wenngleich Content Marketing auch kein Allheimittel ist, es sich dabei um mehr als nur „einen Baustein von vielen“ handelt; eher schon um einen wichtigen Stützpfeiler oder gar das Fundament! 😉
    Grüße
    Carsten

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