Der Google SEO Tod und die Projektdomain

12. September 12 | ALLGEMEINES | 17 Kommentare| In 11–13 Minuten hast du es durch

Der Google SEO Tod kommt auf leisen Sohlen. Er ist verkleidet als nettes, weiss/schwarzes Tierchen, ernährt sich von Fisch und hat verkümmerte Flügel, die zum Fliegen nicht mehr taugen. Genau dieses anmutige Wesen ist in den letzten Monaten zum Killer mutiert. Es dringt ein in die Suchmaschine namens Google und frisst alles, was zu oft bestimmte Begriffe in den Suchraum geworfen hat. Der Tod ist halt ein Killer. Menschen interessieren ihn wenig. Es geht um Algorithmen. Darin scheinen diese totbringenden Tierchen gut zu sein.

Der SEO TOD

Ok, es geht um das Penguin Update und die Folgen. Viel wurde in den letzten Monaten dazu geschrieben, aber ich habe kaum etwas darüber gelesen, was geschieht, wenn der SEO Tod wirklich zugeschlagen hat. Sehr schön, dass wir SEOs uns immer die Sichtbarkeitscharts ansehen und auch erkennen, worauf mögliche Penguin-Folgen zurück zu führen sind. Doch im Grunde geht es doch um ganz andere Themen. Selbst wenn ich in der Vergangenheit Fehler im Linkbuilding gemacht habe und nun vor einen Scherbenhaufen stehe, weil ich vielleicht zu sehr von dem organischen Teil der Tante G abhängig war. Die Erkenntnis darüber, dass dieser Fehler gemacht wurde, hilft nicht wirklich.

Viele Menschen stehen nach dem Update vor dem Nichts. Ich habe im Zuge meiner Tätigkeit als Berater viele Projekte gesehen, die nicht nur einen Einbruch erlitten haben, sondern die faktisch mit allen umsatzrelevanten Platzierungen verschwunden sind. Vorher Sichtbarkeit (nach Sistrix) vom 3,X. Jetzt 0,03. In diesem Fall steht fest. Das ist der SEO Tod. Zumindest bei Tante G.

Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, man hätte es doch wissen müssen, ist die falsche Reaktion. Klugscheissern hilft nicht.

Was also Menschen raten, die mit dem Rücken an der Wand stehen ?

Soll man Links abbauen ?

Für viele Mittelständler ist dieser Weg nicht passend. Sie haben jetzt Not. Sie verdienen jetzt weniger Geld und müssen jetzt ihre Mitarbeiter bezahlen und Kredite bedienen. Wer will also schon in dieser Situation von einem SEO hören, dass über Monate Links abgebaut werden sollen. Die Zeit hat kein Betroffener, weil Zeit hier bares Geld und der Ausgang der Maßnahme nicht vorhersehbar ist.

Alle Arbeitsbereiche, die ich hier sehe sind vorsorgliche Maßnahmen oder gelten für Unternehmen, die nicht sehr stark auf der SEO Krücke stehen. Alle anderen haben meistens diese Zeit nicht.

Was also tun beim SEO TOD ?

Eine Möglichkeit ist der Umzug auf eine neue Domain mit Brandwechsel und genau hier spielt jetzt die Psychologie stark mit rein. Oft haben die Firmen über Jahre ihren Brand im Internet aufgebaut. Viele Mittelständler auch offline. Da zieht man nicht so einfach mal um. Es geht nämlich nicht nur um die Domain. Es geht um den Brand. Also das, was die Kundschaft kennt. Jetzt werden sicherlich einige sagen, dass der Brandumzug nicht so schwierig ist. Ok, wenn ich mir zum Beispiel den Wechsel der CitiBank zur TargoBank anschaue, dann scheint es so zu wirken. Was da damals geleistet wurde, war schon ganz großer Sport. Einen Brandumzug in dieser Größenordnung innerhalb von 1 bis 2 Wochen zu stemmen ? Hut ab

Doch Citi ist nicht der normale Mittelständler oder Kleinunternehmer.

Bei aller Tragweite um die Entscheidung. Die Meisten werden um diese hier nicht herum kommen. Das zu große Setzen auf den Vertriebsweg Google organisch hält fast keinen anderen Lösungsweg parat.

Es geht also darum sich erst einmal, mit der neuen Richtung anzufreunden

Als Berater nur den Knochen hinzuwerfen und zu sagen : „Mach oder stirb“ ist nicht die richtige Art. Also, nach meiner Ansicht und das schreibe ich hier mit dem Wissen, dass es viele Berater da draußen zur Zeit genau so arbeiten.

Brandumzug ist Psychologie

Es bedarf also nach der Möglichkeitserwägung zum Brandumzug ein wenig Zeit. Hier sollten Berater so viele positive Folgen wie möglich auf den Tisch legen. Oft wurden ja nicht nur im SEO Fehler gemacht, sondern manch eine Marke ist bei genauerer Ansicht auch mit Flecken behaftet, die man ebenfalls ablegen kann. Gemeint sind damit gerade „Bad Reputations“, die im Index kursieren. Im Grunde ist der Brandumzug die Möglichkeit einen Neustart hinzulegen und die Sachen, die man in der Zeit bislang gut gemacht hat, mit in das neue Branding einfließen zu lassen.

Wohin geht die Reise/Zwischenschritt ?

Bevor man den Brand ganz umzieht, sollte man eine Zwischenlösung als Möglichkeit heranziehen. Die Domainänderung mit Änderung der Schreibart. Oftmals ist es als Denkmodell möglich, den Brand zu erhalten und domainseitig einfach eine Erweiterung zu nutzen. Zum Beispiel von www.example.com auf www.example-direkt.com oder www.example24.com. Da muss mal halt schauen, wo man sich gerade zukünftig hinbewegen will und was passt. Möglichkeiten sind oft da.

Alte 301er

Ein Problem dabei kann aufkommen, wenn die Denkweise und Zukunftsbetrachtung schon vorher durchgeführt wurde. Nicht selten haben wir den Fall, dass Kunden in einer Art Kaufrausch alle möglichen Domains im Umfeld des Brands oder des Domainnamens registriert haben. Die Denke ist einfach. Was mir gehört, kann mir keiner nehmen und da diese Domain nicht alle mit eigenen Content bestückt werden sollen und können, werden sie in aller regel per 301 auf die Hauptdomain umgeleitet.

Die Frage ist also, ob ich diese Alternativdomains noch für meinen Domainumzug nutzen kann, wenn mir der Penguin eines ausgewischt hat. Google erkennt ja diese Zusammenhänge in jedem Fall. Die Frage ist nur, ob sie die Daten für eine Wertungsübertragung heranziehen.

Ich habe mir lange darüber Gedanken gemacht und mich mit vielen anderen SEOs kurzgeschlossen. Das Resultat war, dass ich von der Nutzung die Finger lassen würde. Nicht, weil ich denke, dass Google es wirklich macht, sondern weil ich es nicht ausschließen kann. Wenn also schon neu anfangen, dann richtig und mit möglichst wenig Spuren.

Neustart und ernten der alten, guten Früchte

Die Übertragung der Inhalte auf eine dann neue und frische Domain ist kein Problem. Wenn ….. ja wenn nicht vorher auch ein Contentproblem aus Panda bestanden hat. Wenn also nur das Penguin Update zugeschlagen hat, ist es unproblematisch. Die Seite kann einfach umgezogen werden und die alte Seite nimmt man vom Netz.

Nicht 301en

Jetzt bitte nicht in die Verlockung geraten und die alte und dann leere Domain per 301 umzuleiten. Dann hat man etwas nicht verstanden. Ich schreibe das auch nur hier nochmal, weil ich um die Verlockung weiß 😉

Linkaufbau mit Altbeständen

Die erste Maßnahme für die neue Domain ist dann sicherlich alle Links, die zum jetzigen Zeitpunkt als trusted bezeichnet werden können umzuleiten. Das ist dann auch viel Arbeit (gerade, weil man ja bei einer jungen und neuen Domain nicht soviel Gas geben kann) aber diese Arbeit ist besser investiert als einem nicht zu definierenden Breakpoint auf der alten Domain hinterher zu laufen.

Fazit

Der Umzug auf eine neue, frische Domain ohne vorherige 301er Umleitung im Zusammenhang, stellt eine sinnvolle Möglichkeit dar, dem SEO Tod durch das Penguin Update zu entkommen. Ob dabei auch der Brand umgezogen wird, ist eine strategische Entscheidung, die neben Risiken auch massive Möglichkeiten bietet. Die genannte Zwischenlösung kann ein guter Mittelweg sein. Nach unseren jetzigen Erfahrung entwickeln sich diese Domain auch prächtig. Wenig ist oft mehr. Das diese Behauptung stimmt, zeigen zahlreiche von uns betreute und beobachtete Projekte. Da wir aber auch versuchen, Projekte durch Linkabbau „zu drehen“ werden wir bis zum Jahresende schöne Vergleiche haben.

 

Über den Autor

Marco Janck auf Google +
Marco Janck hat SUMAGO im Jahre 2004 gegründet und betreibt die SEO Agentur seitdem im „Speck-Gürtel“ von Berlin mit großem Erfolg.

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17 Kommentare

  1. Sabrina
    Sabrina 12. September 2012 at 11:21

    Hi Marco,

    wieder mal ein Top Artikel.
    Ich habe schon einigen gehört, dass sie aufgrund des Pinguin-Updates einen Domainwechsel vollzogen haben. Allerdings haben die meisten davon den Inhalt 1:1 übernommen. Da eine neue Domain immer auch die Chance für einen Neuanfang ist, frage ich mich, ob man wirklich den Inhalt unverändert übernehmen sollte? Was meinst du dazu?

    LG, Sabrina

  2. Sebastian
    Sebastian 12. September 2012 at 11:28

    Hallo Marco,

    Sehr sinnvolle Zusammenführung der Problemstellen! Wenn es nämlich eng wird und richtig drückt weil der Penguin vorbeigeschaut hat, dann ist es in meinen Augen in sehr vielen Fällen günstiger und effektiver und auch mental sehr viel zukunftsgerichteter, wenn man mit einer neuen Domain durchstartet und die „verbrannte Erde“ hinter sich lässt.

    Wie ich in meinen Rant gegen das Feature „Links entwerten“ auch schon hervorgehoben habe, ist der Einfluss derartig rückwärts gerichteter Arbeiten wie der Linkentfernung auf die Laune und Motivation der Projektverantwortlichen nicht zu unterschätzen.

    Hinzu kommt, dass man stets nur hoffen kann, dass der Bann aufgehoben wird – der Frust wächst jedoch von Monat zu Monat mit jedem entfernten Link, wenn sich die Situation nicht bessert.

    Gruß,
    Sebastian

  3. Sebastian
    Sebastian 12. September 2012 at 11:29

    [wurde mein Kommentar gerade vom Captcha gefressen?]

  4. Malte
    Malte 12. September 2012 at 11:41

    Hallo Marco,

    sehr guter Artikel, der den Kern der Sache sehr gut trifft. Gerade KMUs haben einfach nicht das riesen Budget, um einfach mal einen längeren Zeitraum zu überbrücken. Oftmals sind viele Firmen als reine online Firmen ausgelegt und haben sich lange Zeit einfach in Sicherheit gewogen in den Armen von Tante G.
    @Sabrina
    Ich sehe das mit den neuen Chancen auch so. Oft wurden gerade in der Anfangszeit Dinge gemacht, die heute nicht mehr zeitgemäß sind.

  5. cruiser
    cruiser 12. September 2012 at 13:58

    Interessant, dass Kunden die auf SEO_Maßnahmen gesetzt haben die schon seit Jahren fragwürdig waren, und vom Kunden wohl nur selten in ihrer brisanz durchschaut wurden, nun wieder auf SEO_Maßnahmen vertrauen -> So hält man sich die Kundschaft bei der Stange 😉

  6. Robert
    Robert 13. September 2012 at 9:39

    Man sieht an einigen Beispielen, dass der komplette Umzug mit 301 ca. 2 Wochen gut gehen kann. Dann ist aber der Filter nachgezogen.
    Daher bleibt auch aus meiner Sicht nur eine neue Domain und der sukzessive Umbau der (guten) Links, ggf. mit Refferer-Abfrage und 301 … :-)
    Sonst wäre mir kein Fall bekannt, der dem Penguin entkommen wäre.

  7. benni
    benni 13. September 2012 at 16:10

    Ich denke 301en bringt gar nichts, Robert hat das schon ganz gut auf den Punkt gebracht! Neue Domain ins Leben rufen und den ganzen Zyklus wieder mitmachen!

  8. olaf
    olaf 13. September 2012 at 18:46

    Hallo Marco,

    der Penguin straft in der Regel ja keine kompletten Domains ab, sondern einzelne URLs oder Keywords. Deswegen würde ich nicht gleich die komplette Domain wechseln, insofern nicht die Startseite, sondern nur eine Unterseite betroffen ist. Zu den 301 Weiterleitungen und ob das sinnvoll ist haben wir unsere Erfahrungen gemacht, die kommuniziere ich Dir aber bei Interesse persönlich …

  9. SEOnaut
    SEOnaut 14. September 2012 at 10:21

    @olaf Du hast sicherlich Recht. Aber die Opfer verlieren dadurch oft 80 % ihre Traffics. Das kommt einer Deindexierung gleich.

  10. Eva
    Eva 14. September 2012 at 14:07

    Danke für den Artikel. Wenn man nur immer wüsste, warum man abgestraft wird. Ich habe plötzlich einen Rückgang um 50 Prozent und habe kein böses Linkbuilding betrieben. Etwas ähnliches war vor einem Jahr schon mal aufgetreten und hat sich dann verwachsen. Ich fühle mich von Google irgendwie vera…t. Ich fände noch interessant zu wissen, wie die Positionierung solcher von Google stark abgestrafter Domains bei anderen Suchmaschinen ist – z. B. Bing – abschneiden. Ich frage mich, ob man sich nicht langsam umorientieren sollte.

  11. Tim
    Tim 14. September 2012 at 14:13

    Beim Verlust von 80% des Traffics bleibt einem ja nichts anderes übrig als die Domain zu wechseln. Diesen Verlust wird wohl kaum ein Webmaster abfangen können. Ich denke aber doch mal, dass es sich bei diesem hohen Verlust eher um eine Außnahme handelt…

  12. Seodeluxe
    Seodeluxe 14. September 2012 at 14:59

    Der Pinguin ist in der Tat eher eine „wilde Sau“. Eine meiner privaten Seiten ist mit dem Top-Keywort von Platz 1 auf Platz 80 gerauscht, ich habe die Seite inzwischen mit Linkaufbau wieder um Platz 30 geholt. Domainswitch kommt hier nicht in Frage, ist zwar kein Brand aber eben das Top-Keywort. Links abzubauen halte ich auch für den falschen Weg, es ist vor allem schwierig bis unmöglich die betreffenden „schlechten“ Links zu erkennen.

  13. Uwe
    Uwe 14. September 2012 at 18:34

    Ich würde aber den alten Content nicht übernehmen. Würde neuen Content schaffen und die alte Seite auch nicht abschalten. Hatte schon oft Seiten die 2 bis 3 Jahre weg waren und plötzlich wieder da sind.

  14. Dirk
    Dirk 15. September 2012 at 11:55

    Also meiner Meinung nach verhält es sich mit dem Penguin Update sehr unterschiedlich. Ich habe Seite gesehen die nur uniquen und qualitativ hochwertigen Content beinhalten und trotzdem total abgestraft wurden, und das obwohl sie nur „echte“ Backlinks hatten. Das größte Problem besteht darin, dass man nicht weiß warum eine bestimmte URL bzw. Domain geslapped wurde. Bin mal gespannt wo die Reise noch hingeht.

  15. Sandra
    Sandra 18. September 2012 at 0:12

    Ich finde dieses gestochere im Nebel einfach das Schlimmste was derzeit beim Wasservogel herrscht – keine kann es sich erklären, keiner kann sicher erklären warum seite XXX abgestraft wurde und seite YYY nicht – und ich denke dass macht es so unheimlich schwer geeignete Maßnahmen zu treffen und geeignete Umzüge zu realiseren.

  16. Dieter
    Dieter 21. September 2012 at 12:37

    Ich habe bei meiner Website nach dem Backlink update von webmastertools, also als neue backlinks registriert worden einen kompletten auschlsus aus der suche erfahren,… ich verstehe nicht wieso… ich hatte 22 Backlinks, als ich nach 1 monat dann auf 28k hoch bin , flieg ich genau am selben tag komplett aus der suche, aber immernoch 1.200 indexierte seiten, davon findet man aber nur 1 in der suche^^ ich verstehs einfach nicht, keine webmastertool meldung, garnix… einfach aus google raus… sehr misteriös.

  17. Dieter
    Dieter 21. September 2012 at 12:38

    Edit : 22k Backlinks vorher, dann auf 28k hoch. Davon waren aber 18k durch 301er der alten seite.

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