Convention Camp 2012 Julian Assange Edition

27. November 12 | ALLGEMEINES | 2 Kommentare| In 8 Minuten hast du es durch

Das Convention Camp 2012 neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit ein paar Zeilen über das „CAMP“ zu schreiben. Gerade für das Convention CAMP ein Recap zu schreiben ist schwierig. Zu viele Emotionen sind jetzt damit verbunden. Selten war ich von einem Event so geflasht und dennoch hin- und hergerissen. Was zu dieser Verwirrung geführt hat, will ich euch einmal mitteilen.

Convention Camp macht es mir schwer total fasziniert zu sein

Einige von euch werden ja schon im Vorfeld mitbekommen, dass Julian Assange als Keynote-Speaker gewonnen werden konnte. Der Wikileaks Gründer, der zur Zeit in der ecuadorianischen Botschaft in London politisches Asyl genießt, scheint durch hartnäckige Kontaktarbeit gewonnen worden zu sein. Dies sicherlich aber auch gefördert durch das persönliche Anliegen Assanges seine Situation weiter in die Öffentlichkeit zu tragen.

Egal, wie man zu Julian Assange steht. Ihn für den Event zu gewinnen, ist „Endstufe“ (so würden es Rooooooobert Geiss sicherlich sagen).

Julian Assange auf dem Convention Camp 2012

Zu Beginn des Convention Camp 2012 herrschte im Saal 1 dann auch eine gespenstische Ruhe. Viel, sehr viel Presse war anwesend und zwar nicht nur „die Kleinen“, sondern „die richtig Großen“, wie die ARD, Spiegel und wie sie alle heißen.

Die Liveschaltung lief reibungslos. Das etwas ruckelnde Bild machte es ein wenig schwierig, aber man konnte sich schnell an die fehlende Synchronisation gewöhnen. Zunächst stellte Julian Assange seine Vision der globalen Gesellschaft vor. Er las diese aus dem (wenn ich es richtig verstanden habe) erscheinenden Buch vor. Da fehlte zwar ein wenig der Spirit und es sah mehr nach Buchvorstellung aus, aber das tat der Spannung keinen Abbruch.

In dem sich anschließenden Interview wurde ihm dann in Sachen Vision auf den Zahn gefühlt. Er verglich die CIA mit der Stasi und spannte damit den Bogen nach Deutschland.  Auch zweifelte er die aufkommende globale Freiheit durch das Internet an. Diese sei längst durch Regierungen und andere Interessengruppen instrumentalisiert worden. Wilde Fantasien, die ich zwar nicht ganz teilen, aber auch nicht ausschließen kann.

Wenn die Story nur groß genug ist, dann….

Ok. Die Liveschaltung endete damit, dass uns Julian Assange die Zunge rausstreckte. Ein Symbol der Toleranz 😉

Wie gesagt, egal wie man zu diesem Menschen und zu seinen Ansichten steht. Es gibt wenige Momente, die auf Konferenzen jemals mehr Magie erzeugt haben. Ein toller Moment, der dann durch die Realität wieder eingeholt wurde.

Es folgte die allgemein bekannte Vorstellung der Speaker für freien Slots. Da geschah etwas ganz Wirres. Neben vielen „normalen“ Vorstellungen stellte auch der sicherlich bekannte Torsten Maue seine beiden Sessionvorschläge vor und das in einer Art, welche die Magie der vergangenen Minuten nicht hätte mehr zerstören können. Ich weiß nicht, ob er die „extrem lockere (fast pampige Art) absichtlich gewählt hatte. Eines steht fest. Es passte einfach nicht.

Torsten hat mich wieder auf den Boden zurück geholt und das so massiv, dass ich zunächst ein Denkmusterverlust im Kopf hatte.

Das muss ich die nächsten Tage erst einmal verdauen.

Für was steht das Convention Camp ?

Das ist mir jetzt nicht mehr ganz klar. Wenn ich mir den großen Ansatz ansehe, die großen Sponsoren, die großen Agenturen, die hinter dem Convention Camp stehen, dann finde ich es fast schade, dass man sich weiterhin den Barcamp Style auf die Fahnen geschrieben hat. Selbst als Mischform taugt es nicht richtig. Ich bin das erste Mal hier gewesen und wusste nicht was geschieht. Nach Julian Assange wusste ich nur, dass ich eigentlich kein Barcamp mehr wollte. Ich wollte weiterhin auf der Inspirationswolke gehalten werden und diese Wolke erzeugt kein Barcamp. Leider nicht.

Ich glaube, das Convention Camp steht an einem Scheidepunkt. Mit 1500 Teilnehmern und diesem Frontansatz passt Barcamp einfach nicht mehr. Dafür ist der Barcamp Gedanke nicht stark und nicht professionell genug.

Klar, könnte man sagen, dass darin genau die Spannung liegt und ich hätte dann auch kaum Argumente. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass das massive Invest der Sponsoren das Ziel hat ein Barcamp zu erhalten.

Hier sind mal richtig Gelder über Tisch gegangen und das meine ich nicht negativ. Das Convention Camp fand in der Messe Hannover statt, einer TOP Location,. Die Organisation und das Catering waren der Hammer. Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass das „normale“ Ticket knapp 50 € kostete (glaube nicht, dass so viele Business-Tickets verkauft wurden), dann kann es nur ein massiven Sponsoringanteil von VW und CeBit gegeben haben. Das ist nicht schlimm, sondern toll. Nicht falsch verstehen. Aber ohne Eigeninteresse wird das nicht laufen.

Ok, ich werde im nächsten Jahr weiter beobachten und das bedeutet ich werde wieder teilnehmen. Ausschließlich, weil ich den Ansatz und das Event wirklich toll finde. Es gehört sicherlich für mich ab sofort zu den Pflichtevents des Jahres.

Lieben Dank an die Veranstalter und alle, die sich da auch persönlich so ins Zeug gelegt haben. Danke.

Zu den Sessions werde ich später noch was schreiben, wenn ich die Zeit finde.

Über den Autor

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Marco Janck hat SUMAGO im Jahre 2004 gegründet und betreibt die SEO Agentur seitdem im „Speck-Gürtel“ von Berlin mit großem Erfolg.

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2 Kommentare

  1. Ingo Stoll
    Ingo Stoll 28. November 2012 at 21:50

    gute gedanken und aufmerksame beobachtung. danke dafür! was das finanzielle angeht, sei allerdings erwähnt, dass der massivste invest die unbezshlte zeit der organisatoren war. daher halten sich die kompromisse in grenzen. trotzdem ist jetzt nach dem 5. ConventionCamp die zeit zum justieren der zukünftigen wege. dabei werden wir uns hoffentlich wiedersehen.

  2. Ulf-Hendrik Schrader
    Ulf-Hendrik Schrader 30. November 2012 at 0:20

    Vielen Dank auch von mir für Deine differenzierte Auseinandersetzung und das positive Fazit. Ich denke mit dem genannten SEO-„Kollegen“, der ja nicht umsonst bekannt wie ein bunter Hund ist, ging es vielen Anwesenden so. Aber das ist – wie Du richtig anmerkst – das Spannungsfeld zwischen hochkarätig besetzter Konferenz und Barcamp. Wir alle sind sehr gespannt, wohin uns 2013 führen wird.

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